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Freitag, 18. November 2005

Bei Draufgängern fehlt es: Forscher entdecken Angst-Gen

US-Forscher haben ein Angst-Gen entdeckt. Wenn Mäusen dieses Gen fehlt, werden sie echte Draufgänger, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal "Cell". Es macht den Nagern dann zum Beispiel nichts mehr aus, im offenen Raum ohne Deckung oder Versteck herumzulaufen.

Das verantwortliche Gen namens Stathmin steuert den Erkenntnissen zufolge sowohl angeborene als auch erlernte Furcht. Das Team um Gleb Shumyatsky von der Rutgers-Universität in Piscataway (New Jersey) hatte zuvor bereits ein anderes Angstgen entdeckt, das nur für erlernte Furcht verantwortlich ist.

Im richtigen Moment Angst zu bekommen, ist für das Überleben von entscheidender Bedeutung. Im Laufe der Evolution hat sich bei den meisten Arten deshalb die Fähigkeit entwickelt, gefährliche Situationen mit Angst zu verbinden und sich diese besonders schnell einzuprägen. Nach den Erkenntnissen der Forscher wird dieses Verhalten bei Mäusen maßgeblich durch das Gen Stathmin gesteuert. Das gelte sowohl für angeborene Angst - bei Mäusen etwa vor einer Katze - als auch für erlernte - etwa durch einen Versuch, bei dem die Tiere bei einem bestimmten Ton oder Licht einen leichten Stromschlag bekommen.

Die Mäuse ohne das Gen konnten sich an solche Situationen viel schlechter erinnern. Die Forscher versprechen sich von den Tierversuchen neue Methoden zur Behandlung von Angstzuständen bei Menschen. Wenn man eine erbliche Veranlagung nachweisen könne, ließen sich möglicherweise bessere Medikamente entwickeln, schreiben die Wissenschaftler.

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