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In den vergangenen Monaten hatten die Forscher bereits keine Funksignale mehr von "Philae" empfangen.
In den vergangenen Monaten hatten die Forscher bereits keine Funksignale mehr von "Philae" empfangen.(Foto: picture alliance / dpa)

Mini-Labor geht Energie aus: Forscher geben "Philae" endgültig auf

Die Mission von "Philae" auf dem Kometen "Tschuri" ist beendet. Die Forscher geben die Versuche der Kontaktaufnahme auf und verabschieden den Roboter in den ewigen Winterschlaf. Seine Landung war ein Meilenstein - aber auch von Rückschlägen geprägt.

Der kleine Landeroboter "Philae" auf dem Kometen "Tschuri" hat seine Mission beendet. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erklärte in Köln, es gehe davon aus, dass sich das Mini-Labor wahrscheinlich nicht mehr melde.

"Die Chancen, dass Philae noch einmal Kontakt zu unserem Team im Lander-Kontrollzentrum des DLR aufnimmt, gehen leider gegen Null und wir senden auch keine Kommandos mehr", so DLR-Projektleiter Stephan Ulamec. "Philaes" Energie reiche nicht mehr aus und die Elektronik sei zu kalt. Der Roboter geht in den ewigen Winterschlaf über.

Das Landegerät der europäischen Kometenmission "Rosetta" war am 12. November 2014 als erstes von Menschen geschaffenes Gerät weich auf der Oberfläche eines Kometen gelandet. Allerdings kam die kühlschrankgroße Sonde auf dem "Tschuri" genannten Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko erst nach mehreren Hüpfern an einer schattigen Stelle abseits des ursprünglich geplanten Landeplatzes zum Stehen.

In der Folge bekamen die Sonnensegel von "Philae" nicht genug Energie ab - nach nur gut 60 Stunden wissenschaftlicher Arbeit fiel der Lander wegen Energiemangels in einen siebenmonatigen Kälteschlaf. Erst am 13. Juni 2015 meldete sich der Lander erstmals wieder bei seiner Muttersonde "Rosetta", die Tschuri umkreist.

Abschied von "Philae" ist nicht Ende der "Rosetta"-Mission

Nach weiteren Kontaktaufnahmen sandte "Philae" am 9. Juli ein letztes Lebenszeichen - danach verstummte die Sonde. Zuletzt scheiterte auch der Versuch, ein Drallrad im Inneren von "Philae" einzuschalten und den Lander dadurch gleichsam wachzurütteln.

Der Abschied von "Philae" ist allerdings noch nicht das Ende der europäischen "Rosetta"-Mission: Die "Rosetta"-Muttersonde wird noch bis September den Kometen umkreisen und wissenschaftliche Daten zur Erde funken. Zum Abschluss der historischen Mission soll dann auch "Rosetta" auf dem Schweifstern landen.

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Quelle: n-tv.de

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