Effizienter Umgang rechnet sichFünfzig Liter Wasser für jeden
Jedem Menschen Zugang zu sauberem Wasser in ausreichender Menge zu verschaffen, ist nach Überzeugung eines Entwicklungshilfeexperten nur mit regionalen Lösungen möglich.
"Die beste Wasserquelle ist effizienter Umgang." Das sagte Andreas Kuck von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Eschborn anlässlich der Weltwasserwoche (bis 22. August), die am Sonntag in Stockholm begonnen hat. Derzeit sei für eine Milliarde Menschen die Versorgung mit einem Minimum von 50 Litern Wasser pro Tag nicht gesichert. In Deutschland verbrauche jeder Bürger täglich rund 120 Liter.
Zwar gebe es etwa in Afrika akuten Wassermangel, aber "in vielen Ländern müsste man den Wasserkonsum erstmal senken", sagte Kuck. Vor allem in der Landwirtschaft gebe es Riesen-Einsparpotenzial. Effizienter Umgang rechne sich viel mehr als große zentrale Anlagen wie Transportleitungen über weite Strecken, Kanalsysteme oder Entsalzungsanlagen. Solche Großprojekte seien wirtschaftlich kaum darstellbar.
Der Ansatz der GTZ, die im Auftrag der Bundesregierung 88 Wasser- Projekte in mehr als 50 Ländern betreut, ist regional: In Afrika wurden "Wasserkioske" eingerichtet, an denen sich Menschen für wenig Geld sauberes Wasser kaufen können. Dort, wo bisher fliegende Händler mit Wasser zweifelhafter Qualität in Tanks unterwegs waren, gibt es nun fest installierte Zapfstellen.
Hygiene - das größte Problem
In vielen Regionen der Welt - etwa in Indien und Indonesien - sei die Hygiene ein größeres Problem als die Versorgung selbst, sagte Kuck. Für zwei Milliarden Menschen gebe es keine ausreichende Sanitärversorgung, und erst langsam wachse das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Verbesserungen.
Das Kinderhilfswerk UNICEF warnte unterdessen vor den schlimmen Folgen des Wassermangels vor allem für Kinder. "Wir brauchen größere Anstrengungen, um das Überleben von Millionen Mädchen und Jungen zu sichern", sagte UNICEF-Geschäftsführerin Regine Stachelhaus der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.A.S.).
Nach Angaben von UNICEF sterben jeden Tag etwa 4500 Kinder durch schmutziges Wasser und mangelnde Hygiene. Zwar hätten mittlerweile 87 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu trinkbarem Wasser, doch fast eine Milliarde Menschen weltweit seien immer noch unzureichend versorgt, schrieb die "F.A.S.". Besonders schlecht sei die Situation in Afrika südlich der Sahara.