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Das Foto der NASA und der ESA zeigt die Röntgen-Kondensstreifen im Coma-Galaxienhaufen, die sich mindestens über eine halbe Million Lichtjahre erstrecken.
Das Foto der NASA und der ESA zeigt die Röntgen-Kondensstreifen im Coma-Galaxienhaufen, die sich mindestens über eine halbe Million Lichtjahre erstrecken.(Foto: picture alliance / dpa)

Coma-Haufen mit sehr langen "Armen": Galaxien hinterlassen Kondensstreifen

Kosmisches Spektakel: Einst sollen mehrere kleine Galaxiehaufen mit dem aus tausenden Galaxien bestehenden Coma-Haufen zusammengeprallt sein. Das heiße Gas, das sie dabei abgaben, ähnelt dem Kondensstreifen eines Jets - allerdings Millionen Jahre alt und hunderttausende Lichtjahre lang.

Gewaltige Kondensstreifen längst vergangener Galaxien haben Astronomen im sogenannten Coma-Haufen entdeckt. Die "Arme" könnten Spuren überhitzten Gases nach dem Verschmelzen kleinerer Galaxiehaufen mit der Coma-Ansammlung sein, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Science". Sie dürften etwa 300 Millionen Jahre alt und hunderttausende Lichtjahre lang sein.

Das Team um Jeremy Sanders vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching hatte die Spuren mit den Röntgen-Satelliten "Chandra" und "XMM-Newton" entdeckt. Die Forscher gehen davon aus, dass einst mehrere kleine Galaxiehaufen mit dem gewaltigen, aus tausenden Galaxien bestehenden Coma-Haufen zusammenprallten und dabei heißes Gas abgaben. "Ähnlich wie ein Jet einen Kondensstreifen aus Wasserdampf hinter sich herzieht, wenn er über den Himmel fliegt", heißt es in einer Mitteilung des Instituts.

Erstaunt waren die Forscher darüber, dass die Arme relativ glatt sind. Beim Verschmelzen von Galaxien seien Modellen zufolge starke Turbulenzen zu erwarten, erläutern die Forscher. Die glatte Form deute aber auf eine selbst nach vielen Fusionen "eher ruhige Kulisse" für das heiße Gas im Coma-Haufen hin.

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Quelle: n-tv.de

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