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Bevölkerungswachstum ist schuld: Genmutationen bei Europäern

Einen rasanten Wandel beim menschlichen Erbgut weisen jetzt US-Forscher nach: In den vergangenen 5000 bis 10.000 Jahren haben sich zahlreiche Genmutationen gebildet - vor allem bei Europäern. Damit sind sie möglicherweise anfälliger für Krankheiten.

Bei Europäern kommen die Erbgut-Veränderungen häufiger vor als bei Afrikanern.
Bei Europäern kommen die Erbgut-Veränderungen häufiger vor als bei Afrikanern.(Foto: picture alliance / dpa)

Die menschlichen Gene haben sich in den vergangenen 5000 bis 10.000 Jahren rapide verändert. Viele dieser Genmutationen können krank machen. Bei Europäern kommen die Erbgutveränderungen häufiger vor als bei Afrikanern. US-Forscher vermuten, dass unter anderem das stärkere Bevölkerungswachstum in Europa für das Phänomen verantwortlich ist.

Eine Forschungsgruppe an der Universität Washington Seattle an der US-Westküste hat 15.000 Gene von mehr als 6500 Amerikanern mit europäischen und afrikanischen Wurzeln untersucht. Das Ergebnis: An mehr als einer Million Stellen im Erbgut haben sich einzelne Gen-Bausteine verändert. 86 Prozent der möglicherweise schädlichen Mutationen haben sich vor 5.000 bis 10.000 Jahren gebildet. In dem aus evolutionärer Sicht sehr kurzen Zeitraum konnten schädliche Varianten bisher nicht aussortiert werden.

Die Flut der Mutationen hält weiter an, leiten die Wissenschaftler aus ihren Forschungen ab. Sie setze sich aber erst bei kommenden Generationen durch. Doch die Erbgutveränderungen müssen nicht automatisch zu Krankheiten führen, sie können auch vorteilhaft sein. Das schreiben die US-Forscher um den Evolutionswissenschaftler Wenqing Fu im renommierten britischen Fachblatt "Nature".

Quelle: n-tv.de

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