Wissen
Das breite Lächeln von Julia Roberts wird von vielen Menschen als entwaffnend, umwerfend und positiv empfunden.
Das breite Lächeln von Julia Roberts wird von vielen Menschen als entwaffnend, umwerfend und positiv empfunden.(Foto: dpa)
Mittwoch, 28. Juni 2017

Viel hilft nicht immer viel: Gibt es das perfekte Lächeln?

Manche Menschen grinsen breit von einem Ohr zum anderen, zeigen ihre Zähne, andere verziehen nur ein wenig die Mundwinkel nach oben. Was besser ankommt? Das wollen Forscher nun herausgefunden haben.

Das eine perfekte Lächeln gibt es nicht. Ein angenehmes und echtes Lächeln kann auf verschiedene Weise erzeugt werden, berichten US-Forscher im Fachblatt "Plos One". Eine wesentliche Rolle spielten dabei die Stellung der Mundwinkel, die Breite des Lächelns und wie stark die Zähne zu sehen sind. Wichtig seien diese Erkenntnisse vor allem für Ärzte, die etwa über plastische Eingriffe versuchten, Menschen zu helfen, die wegen eines Unfalls oder einer schweren Krankheit nicht mehr lächeln können.

Menschen, die nicht richtig lächeln können, neigen Studien zufolge zu Depressionen.
Menschen, die nicht richtig lächeln können, neigen Studien zufolge zu Depressionen.(Foto: imago/Science Photo Library)

Die Fähigkeit, emotionale Zustände über den Gesichtsausdruck zu vermitteln, sei ein fundamentaler Aspekt sozialer Interaktionen und nonverbaler Kommunikation, schreiben die Forscher um Nathaniel Helwig von der US-amerikanischen University of Minnesota. So schütze es etwa vor Gefahr, wenn man ein wütendes oder vertrauenswürdiges Gesicht richtig zu interpretieren versteht. Lächeln spiele vor allem in zwischenmenschlichen Beziehungen eine zentrale Rolle. Studien hätten gezeigt, dass Menschen, die nicht richtig lächeln können, zu Depressionen neigen.

Bewertung lächelnder Gesichter

Um nun zu untersuchen, wie ein Lächeln von einem Gegenüber wahrgenommen wird, ließen die Forscher mehr als 800 Personen 3D-Animationen von lächelnden Gesichtern bewerten, also Gesichter, deren Mund sich dynamisch zu einem Lächeln verzog. Die Probanden sollten angeben, was das Gesicht ausdrückte und wie echt, gelungen und angenehm sie das Lächeln empfanden. Mit Hilfe der Antworten errechneten die Wissenschaftler, was ein gelungenes Lächeln ausmacht.

Die Auswertung ergab, dass weniger im Bezug auf Lächeln häufiger mehr ist: Ein von einem Ohr zum anderen reichendes Lächeln wurde also nicht zwangsläufig als besonders angenehm und echt empfunden. Andersherum wirkte ein verhaltenes Lächeln nicht unbedingt falsch oder unangenehm.

Die Forscher stellten fest, dass insbesondere die Kombination von drei Merkmalen für ein gelungenes Lächeln stimmig sein muss: Wie stark die Mundwinkel nach oben gezogen sind, wie weit die Mundwinkel auseinanderliegen und vor allem wie stark die Zähne sichtbar sind. Bei einem eher schmalen Lächeln stören stark sichtbare Zähne. Bei einem breiteren Grinsen können sie es angenehmer machen. Erkenntnisse wie dieses müssten in der plastischen Chirurgie künftig stärker berücksichtigt werden.

Außer diesen Faktoren bewerteten die Probanden ein leicht asymmetrisches Lächeln als besonders gelungen, also wenn sich linker und rechter Mundwinkel mit einer winzigen Verzögerung - weniger als 125 Millisekunden - nach oben zogen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen