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Glücksgefühle können das Leben nicht verlängern - aber verbessern.
Glücksgefühle können das Leben nicht verlängern - aber verbessern.(Foto: imago stock&people)

Gute Laune, bessere Gesundheit?: Glückliche Frauen leben auch nicht länger

Bisher glaubte man, dass glückliche Menschen gesünder sind - und deshalb auch länger leben. Über diesen Irrtum klären nun Forscher mit Hilfe der Ergebnisse aus einer groß angelegten britischen Studie auf und geben an, auf welche Weise "glücklich sein" wirksam ist.

Mit "Smile oder Die: Wie die Ideologie des positiven Denkens die Welt verdummt" macht sich die Autorin Barbara Ehrenreich bereits vor einigen Jahren über die Berufsoptimisten und die dazugehörige Bewusstseinsindustrie her. Nun können Wissenschaftler bestätigen: Egal ob traurig, gestresst oder glücklich, die Lebensdauer wird durch Befindlichkeiten nicht beeinflusst.

Für die Auswertung der "Prospective UK Million Women Study" wollen die Forscher die Daten von 720.000 Frauen mittleren Alters (im Durchschnitt 59 Jahre), die über einen Zeitraum von 15 Jahren als Studienteilnehmerinnen gewonnen worden waren, genau unter die Lupe nehmen. Zur Datenerhebung wurden die Probandinnen zwei Mal im Abstand von zehn Jahren zu ihrer Stimmung, ihrer Gesundheit und ihrem Lifestyle befragt. Zudem wurden der Gesundheitszustand der Studienteilnehmerinnen von den Forschern verfolgt und Krankenhausaufenthalte, schwere Erkrankungen oder auch Todesfälle registriert. Die Ergebnisse der gesammelten Daten einschließlich aller Todesfälle bis 2012 liegen nun vor.

Je älter, umso glücklicher

Je älter Frauen werden, umso glücklicher fühlen sie sich - zumindest statistisch.
Je älter Frauen werden, umso glücklicher fühlen sie sich - zumindest statistisch.(Foto: imago/Westend61)

Bei der ersten Befragung war der Großteil der Frauen insgesamt ziemlich glücklich. 39 Prozent gaben an, die "meiste Zeit" und 44 Prozent "üblicherweise" glücklich zu sein. Lediglich 17 Prozent bezeichneten sich als unglücklich. Die Forscher befragten mit Happiness die Teilnehmerinnen eher nach ihrer Laune als nach der allgemeinen Zufriedenheit in ihrem Leben. Zudem sollten die Probandinnen einschätzen, ob sie sich entspannt, ausgeglichen oder gestresst fühlten. Sie sollten außerdem angeben, wie viel Kontrolle sie über ihr Leben besitzen.

Bei der Auswertung der Antworten konnten die Forscher feststellen, dass die meisten Frauen mit zunehmendem Alter auch glücklicher wurden. Positiv auf die Stimmung wirkten sich, statistisch betrachtet, ein niedriger Schulabschluss, ein Lebenspartner, Sport, Nichtrauchen, acht Stunden Nachtschlaf und ein funktionierender Freundeskreis aus.

Glück wirkt nicht wie ein Lebenselixier

Ganz egal, ob sich frau glücklich oder unglücklich fühlte, es schützte die Befragten nicht davor, Krebs oder eine Herzerkrankung zu bekommen. Das Risiko im Laufe der Jahre an einer schwerwiegenden Erkrankung zu leiden, war auch für unglückliche Frauen nicht größer als für glückliche. Ebenso machte es für die Gesundheit und Überlebensdauer der Frauen keinen Unterschied, wie gestresst sie sich fühlten oder inwieweit sie das Gefühl hatten, ihr Leben unter Kontrolle zu haben. Die Sterblichkeit (Mortalität) der entspannten Frauen war weder niedriger noch höher als die der gestressten Damen. Die Forscher werteten nur die Angaben von Frauen aus, die zum Zeitpunkt der ersten Befragung nicht wegen einer schweren Erkrankung in Behandlung waren.

Mit dem Gefühl für die eigene Gesundheit gab es trotz allem einen Faktor, mit dem das Erkrankungsrisiko einer Frau in den nächsten Jahren relativ gut vorhersagbar war. Frauen, die ihre eigene Gesundheit als schlecht einschätzten, erkrankten in den kommenden Jahren tatsächlich häufiger als Frauen, die angaben, sich gesund zu fühlen. Auch die Mortalität der Ersteren war höher.

Im Gegensatz dazu standen die unglücklichen Frauen, die sich gesundheitlich nicht gut fühlten. Sie blieben statistisch gesehen häufiger am Leben, als die Frauen, die sich zwar krank, aber glücklich fühlten. Die Forscher gehen davon aus, dass miese Laune dazu führt, dass auch die Gesundheit schlechter eingeschätzt wird.

So kann dann durch die Studie doch noch ein Zusammenhang zwischen Gesundheit und Glücksgefühl für Frauen mittleren Alters hergestellt werden, allerdings anders, als bisher angenommen. Ob das so auch für Männer gilt, müsste erst noch wissenschaftlich bewiesen werden.

Quelle: n-tv.de

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