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Experte: Alkohol muss teurer werdenGriff zur Flasche zu einfach

12.09.2009, 13:06 Uhr

Vor dem 2. Deutschen Suchtkongress in Köln spricht sich der Forscher Michael Klein für rigide Maßnahmen im Kampf gegen den Alkoholismus aus. Um die immer jüngeren Trinker vom Alkoholmissbrauch abzuhalten, soll der Zugriff erschwert und die Preise deutlich erhöht werden.

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Billiges Bier, große Gefahr? Jugendliche auf dem Musikfestival "Southside". (Foto: picture-alliance/ dpa)

Alkoholische Getränke sind nach Expertenansicht viel zu billig und für Jugendliche immer noch zu leicht verfügbar. "Die Tendenz, immer früher mit dem Trinken anzufangen, ist ungebrochen. Das Einstiegsalter ist in den letzten Jahren auf 14,5 Jahre gesunken", sagt der Kölner Suchtforscher Prof. Michael Klein im Vorfeld des 2. Deutschen Suchtkongresses in Köln. Ab kommenden Mittwoch werden dort vier Tage lang Themen wie Jugendalkoholismus, Rausch und Gewalt, aber auch die Sucht im Alter diskutiert.

Sorgen bereiten dem Leiter des Deutschen Instituts für Sucht- und Präventionsforschung an der Katholischen Hochschule Nordrhein- Westfalen auch die Trinkgewohnheiten von Mädchen und jungen Frauen: "Im Zuge der Verhaltensangleichung ans andere Geschlecht ist hier ein erheblich gestiegener Alkoholkonsum zu verzeichnen", sagte der Wissenschaftler. Insgesamt sei Alkohol bei jungen Leuten mehr denn je die Einstiegsdroge.

Klein fordert Alkohol-Verteurung

Das sogenannte "Komasaufen" ist nach den Worten Kleins keiner sozialen Schicht zuzuordnen: "Das kommt bei bessergestellten jungen Leuten ebenso vor wie bei sozial schwachen Jugendlichen, die vor Elend und Chancenlosigkeit in den Rausch fliehen." Der Suchtexperte fordert verstärkte Anstrengungen, um den Einstieg junger Menschen in den Alkohol wenigstens nach hinten zu verschieben.

Nach den Worten Kleins muss die Gesundheitspolitik einen erheblich höheren Stellenwert erhalten. "Alkohol ist kein normales Konsumgut und steht doch im Supermarkt neben anderen Lebensmitteln im Regal. Er muss zumindest deutlich teurer werden", verlangte der Suchtforscher. Wirtschaftliche Interessen und gesundheitspolitische Erfordernisse seien deutlich voneinander zu trennen. "Und dabei muss die Gesundheit klar Vorrang haben." Zwar sei der Alkoholkonsum in Deutschland in den letzten 30 Jahren insgesamt leicht zurückgegangen. "Aber wir haben uns da von einen sehr hohen Niveau ein bisschen nach unten bewegt."

Quelle: dpa