Mittwoch, 21. Juli 2010
Explosionsartige Vermehrung: Großer Algenteppich auf Ostsee
Ein riesiger Blaualgen-Teppich bedeckt die Ostsee. Der Algenfilm mit einer Größe von mehr als 300.000 Quadratkilometern ist nach Angaben des WWF der größte, der seit 2005 in der Ostsee gesichtet wurde.
Satellitenaufnahme des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde: Ein riesiger Blaualgen-Teppich bedeckt die Ostsee.
(Foto: dpa)
In der Ostsee hat sich ein riesiger Blaualgenfilm gebildet, der dem Wasser gefährlich viel Sauerstoff entziehen könnte. Der Algenfilm habe eine Länge von mehr als 1600 Kilometern und sei 190 Kilometer breit, teilte die Umweltschutzorganisation WWF in Hamburg mit. Ursachen der Algenblüte seien hohe Temperaturen, wenig Wind und die anhaltende Überdüngung der Ostsee etwa aus der Landwirtschaft. Der Algenfilm mit einer Größe von mehr als 300.000 Quadratkilometern sei der größte, der seit 2005 in der Ostsee gesichtet wurde, sagte der Leiter des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp, in Stralsund.
"Todeszonen ohne Sauerstoff"
Algenblüten sind eigentlich ein natürliches Phänomen. Aufgrund des hohen Nährstoffgehalts in der Ostsee vermehrten sich die Algen jedoch explosionsartig, erklärte Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros. Wenn die Pflanzen dann absterben, bildeten sich am Meeresgrund "regelrechte Todeszonen ohne Sauerstoff". Zudem werde giftiger Schwefelwasserstoff freigesetzt, der allen Organismen schade.
Einen Grund für das Massenwachstum der Blaualgen sieht der WWF in den Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft. In Mecklenburg-Vorpommern sei etwa das Landeswassergesetz so geändert worden, dass anstatt bis auf sieben Meter jetzt bis auf einen Meter an Gräben und Bäche heran gedüngt und gespritzt werden dürfe.
In den deutschen Küstengewässern sind laut WWF besonders das Achterwasser/Oderhaff und der Strelasund von der Blaualgenblüte betroffen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Schleswig-Holstein sind die Küsten des Landes aber noch algenfrei, die Qualität der Badegewässer sei nicht beeinträchtigt.
abe/AFP/dpa
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