Wissen
Das Grippe-Virus H17N10 war unbekannt, bis es 2012 zufällig bei Fledermäusen aus dem gualtematekischen Dschungel entdeckt wurde.
Das Grippe-Virus H17N10 war unbekannt, bis es 2012 zufällig bei Fledermäusen aus dem gualtematekischen Dschungel entdeckt wurde.(Foto: Wilson Bilkovich/Wikipedia/CC BY-SA 2.0)

"Vampir-Grippe"-Erreger getestet: H17N10-Virus scheint harmlos zu sein

Vogel- oder Schweinegrippe: Die Angst vor Erregern, die von Tieren auf Menschen übergehen, ist groß. Aus diesem Grund testen Forscher den Grippe-Virus H17N10, der zufällig bei Fledermäusen entdeckt wurde - und geben Entwarnung.

Das Grippe-Virus H17N10 ist für den Menschen höchstwahrscheinlich ungefährlich. Das haben Wissenschaftler am Institut für Virologie der Universität Freiburg untersucht. Forscher einer US-Behörde hatten 2012 Fledermäuse im Dschungel Guatemalas auf Tollwut untersucht und stießen dabei zufällig auf das bis dahin unbekannten Grippe-Virus, das später den Namen H17N10 bekam und bereits als "Vampir-Grippe" bezeichnet worden ist.

Da von Fledermäusen eine Reihe von gefährlichen Erregern, wie Ebola, SARS oder Masern ausgehen können, nahmen die Forscher unter Leitung von Professor Martin Schwemmle das Virus genau unter die Lupe. Dafür wurde, ausgehend von Plasmid-DNA, ein chimäres Fledermaus-Influenza-Virus hergestellt, welches aus sechs Genen des H17N10 Fledermaus-Genoms und zwei Genen der Viren-Oberfläche eines bereits bekannten Influenza-A-Virus besteht.   

Hauptsächlich in Wasservögeln

Das Team fand heraus, dass es sich bei dem Fledermaus-Virus tatsächlich um ein Influenza-A-ähnliches Virus handelt. "Influenza-A-Viren können leichte bis lebensbedrohliche Krankheitsverläufe beim Menschen hervorrufen", erklärt Professor Martin Schwemmle in einem Gespräch mit n-tv.de. Diese Influenza-Viren sind hauptsächlich in Wasservögeln zu finden. Allerdings können auch andere Tiere die Erreger in sich tragen. Durch ihre Fähigkeit zum genetischen Austausch mit anderen Grippe-Erregern, können sie leicht mutieren und deshalb eine Grippe-Welle auslösen und zu gefährlichen Krankheitserregern werden.

Die Forscher testeten daraufhin die künstlich hergestellten Fledermaus-Viren im Zell- und im Tierversuch. "Tatsächlich vermehrte sich dieses chimäre Virus in den menschlichen Zellen. In Mäusen dagegen, führte eine Infektion zu keinerlei Erkrankung" erzählt Schwemmle. In diesen Studien konnte auch gezeigt werden, dass die Mutationsfähigkeit dieser Viren stark eingeschränkt ist. "Die Genome der Fledermaus-Influenza-Viren unterscheiden sich so erheblich von anderen für Menschen bedrohliche Influenza-A-Viren, dass sie sich höchstwahrscheinlich nicht mit diesen mischen können", erläutert der Experte weiter.

Aus allen Ergebnissen können die Forscher eine Übertragung auf den Menschen zwar nicht mit 100-prozentiger Sicherheit ausschließen. Sie können jedoch das Gefährdungspotenzial, das von H17N10-Viren in Bezug auf den Menschen ausgeht, als vergleichsweise gering einstufen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen