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Der Nacken ist nicht für langes Kopfneigen ausgerichtet.
Der Nacken ist nicht für langes Kopfneigen ausgerichtet.(Foto: imago stock&people)

Neue Technik, neue Leiden: Handynacken muss nicht sein

Kaum einer, der in Bus oder Bahn nicht auf sein Smartphone schaut. Die unnatürliche Haltung, die dabei eingenommen wird, kann Schmerzen verursachen. Doch es gibt ein Gegenmittel.

Seit die Nutzung von Tablets oder Smartphones zum alltäglichen Leben dazugehört, gibt es ein neues Krankheitsbild: den Handynacken. Symptome wie Nacken-, Rücken- und Kopfschmerzen oder Verspannung sind dabei nur der Anfang. Wer nicht gegensteuert, der risikiert Haltungsschäden oder vorzeitigen Verschleiß der Bandscheiben.

Doch es ist kein Wunder, dass es zu körperlichen Problemen kommt, wenn man über einen längeren Zeitraum mit nach vorn geneigtem Kopf auf ein kleines Display starrt. Ein aufgerichteter Kopf eines Erwachsenen drückt mit einem Gewicht von vier bis fünfeinhalb Kilogramm auf Hals und Rücken. Bereits bei einer Neigung des Kopfes von ungefähr 15 Grad nach vorn zieht der Kopf mit einer Kraft von rund 13 Kilogramm an Muskulatur und Wirbelsäule. Wird der Kopf noch weiter gesenkt, können es schnell bis zu 20 Kilogramm werden.

Viel Bewegung einplanen

Durch eine solche Belastung werden Muskeln, Sehnen und Bandscheiben erheblich strapaziert. Vor allem die empfindliche Halswirbelsäule ist dafür nicht gemacht. Dauerhafte Muskelverhärtungen und Schonhaltungen sind oftmals die Folgen, dabei kann man wirkungsvoll vorbeugen. Das Wichtigste ist Bewegung. Wer beispielsweise vertieft ein Buch über mehrere Stunden auf dem Tablet liest, der sollte auch dabei so oft wie möglich die Körperhaltung verändern. Auch wer sitzend auf sein Gerät schaut, sollte es so oft wie möglich in Augenhöhe halten. Auf diese Weise wird der Nacken entlastet. Zudem sollte man eher den Blick als den Kopf senken.

"Der Mensch ist eigentlich ein Lauf- und Bewegungstier. Aber heutzutage sitzen wir viel zu viel – und falsch. Viele Rückenleiden könnten verhindert werden, wenn wir durch regelmäßigen Sport und Ausgleich mehr in unsere Muskulatur investieren würden. Da kann jeder sehr viel für sich tun!", sagt Professor Bernd Kladny, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU).

Egal, ob man am Tablet, Computer oder über einem Stapel Büchern sitzt - prinzipiell gilt: Jede Stunde mindestens zwei Pausen einlegen, dabei aufstehen, recken und strecken und ein paar Lockerungsübungen machen - wie zum Beispiel den Kopf behutsam so weit wie möglich nach links und nach recht drehen und das Ohr sanft zur Schulter neigen - oder sogar eine Runde an der frischen Luft. Davon profitiert nicht nur der Rücken, sondern auch die Augen. Zudem kann man durch die regelmäßigen Pausen besser mit Stress umgehen.

Darüber hinaus sollte jeder, der täglich viel sitzt, für körperlichen Ausgleich sorgen. Mindestens zwei bis drei Mal in der Woche sollte man seinen Körper in Schwung bringen und die Muskulatur trainieren. Auch dafür gibt es viele Apps. Wichtig dabei ist, dass das, was man tut, auch Spaß macht.  

Quelle: n-tv.de

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