Montag, 09. Juli 2007
Neue Forschungen mit Olivenöl: Hilfe bei Multipler Sklerose?
In Hamburg ist ein neues Zentrum für die Klinische Multiple-Sklerose-Forschung eröffnet worden. "Ziel ist es, Therapien für alle Stadien und Verlaufsformen der Multiplen Sklerose (MS) zu entwickeln und einen optimalen Zugang zu bewährten und experimentellen Verfahren zu bieten", sagte Instituts-Direktor Prof. Roland Martin.
So sei ein natürliches Phenol aus Olivenöl und Olivenblättern ein vielversprechender Ansatz, der demnächst im neuen Zentrum am Patienten erprobt werden solle. Die Substanz überschreite die Blut-Hirn-Schranke und solle neben einer Schutzwirkung für Nerven eine Reihe anderer positiven Eigenschaften für MS-Kranke haben.
Das Zentrum am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) entstand mit Unterstützung der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die dafür 1,25 Millionen Euro gegeben hat. Es gebe bisher in Deutschland kaum Ansätze, Grundlagenforschung und klinische Arbeit zusammenzubringen, wie es jetzt am Institut für Neuroimmunologie und Klinische MS-Forschung geplant sei, sagte der Chef der Klinik der UKE-Neurologie, Prof. Christian Gerloff.
Zudem dauere es manchmal fast zwei Jahre bis eine gesicherte MS-Diagnose vorliege und auch dann sei die Behandlung oft nicht optimal. Auch eine psychologische Betreuung von Betroffenen und Angehörigen gebe es kaum. Es sei möglich, dass es in den nächsten zehn Jahren gelinge, die Krankheit dauerhaft zu stoppen, meinte Martin. Eine tatsächliche Heilung in diesem Zeitraum sei aber unwahrscheinlich.
In Deutschland sind nach Experten-Schätzung mindestens 100.000 Menschen von der Autoimmunkrankheit betroffen, einige so schwer, dass sie in jeder Lebenslage Hilfe benötigen. Die Ursachen sind noch immer unbekannt.
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