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Donnerstag, 21. Mai 2009

Schlechte Blutzuckerwerte: Hinweis auf Depression

Dauerhaft schlechte Blutzuckerwerte können bei Diabetikern auf eine Depression hinweisen. Auch Blutzuckerentgleisungen sind mögliche Anzeichen. Betroffene Diabetiker nehmen oft ihre Medikamente nicht zuverlässig ein und messen ihren Blutzucker nur unregelmäßig, erläutert Prof. Fritz Hohagen von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin. "Dann lässt sich der Blutzucker trotz mehrfacher Anpassung der Therapie nicht zufriedenstellend einstellen." Trotzdem werde bei Diabetes-Patienten zu selten an eine Depression gedacht.

Eine Depression macht sich unter anderem durch tiefe Niedergeschlagenheit, Gleichgültigkeit, Schlafstörungen und sozialen Rückzug bemerkbar. Halten sich diese Symptome länger als zwei Wochen, empfiehlt Hohagen den Gang zum Psychiater oder Psychotherapeut. "Je früher die depressiven Symptome behandelt werden, desto besser fühlt sich der Patient und desto besser kann auch der Blutzucker eingestellt werden." Außerdem nehme die Lebensqualität des Betroffenen deutlich zu.

Menschen mit Diabetes Typ I oder II sind der DGPPN zufolge etwa doppelt so häufig von Depressionen betroffen wie Menschen mit gesundem Stoffwechsel. Die Ursachen seien noch unklar. Allerdings hätten Menschen mit chronischen Krankheiten wegen ihrer besonderen Belastung generell eine erhöhte Gefahr, an einer Depression zu erkranken.

dpa

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