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Spuren in alten Illustrationen: Holzwurmarten dingfest gemacht

Einem US-Biologen gelingt mittels einer kuriosen Methode, die Wanderung von Holzwürmern durch Europa nachzuzeichnen: Wo welche Art einst vorkam, verraten ihm Löcher in historischen Holzstichen.

Hier ist der Wurm drin - der Holzwurm.
Hier ist der Wurm drin - der Holzwurm.(Foto: sprisi/Pixelio)

Dem Wissenschaftler Blair Hedges von der Penn State University zeigt anhand kleinster Fehler und Unregelmäßigkeiten in Buchillustrationen, welche Holzwurmart das für den Druck verwendete Holz befallen habe. Seine Ergebnisse beschreibt er in einem im britischen Wissenschaftsmagazin "Biology Letters" veröffentlichten Artikel. Für seine Studie wertete er 3000 Fehler in Büchern von der Renaissance bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aus ganz Europa aus.

Blair fand durchschnittlich knapp 1,5 Millimeter große Druckfehler in Holzstichen aus Nordeuropa, darunter England und Deutschland. Diese wertete er als Hinterlassenschaften der Larven des Gemeinen Nagekäfers, die auch Holzwürmer genannt werden und sich bis zur Verpuppung durch das Holz fressen. In südlichen Ländern wie Spanien und Italien fanden sich hingegen 2,3 Millimeter große Nachweise, die Blair dem Mittelmeer-Nagekäfer zuordnete.

Die Lebensräume der Käfer waren damals durch das unterschiedliche Klima getrennt, überlappen sich heutzuge jedoch durch Klimawandel und Verschleppungen der Käfer.

Quelle: n-tv.de

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