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Schienenstränge führen zum Startplatz der "Sojus" in Baikonur.
Schienenstränge führen zum Startplatz der "Sojus" in Baikonur.(Foto: dapd)

Raumfahrer kurz vor Rekordflug: In 6 statt 48 Stunden zur ISS

Drei Raumfahrer wollen in der Rekordzeit von knapp 6 Stunden zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Bislang benötigten die russischen Sojus-Raumkapseln etwa zwei Tage für die Strecke. Das neue Verfahren soll die Raumfahrer weniger belasten und die Kosten senken.

In der Rekordzeit von knapp 6 Stunden wollen drei Raumfahrer heute (21.43 Uhr) zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Das wäre ein außergewöhnlicher Rekord, da die russischen Sojus-Raumkapseln bislang etwa zwei Tage für die Strecke bis zum Außenposten der Menschheit in rund 410 Kilometern Höhe benötigten.

Das neue Verfahren soll unter anderem die Raumfahrer weniger belasten und die Kosten senken. Zudem könnten künftig auch verderblichere Lebensmittel oder Forschungsmaterialien zur ISS transportiert werden. Möglich macht den Rekordflug vor allem ein digitaler Bordrechner, der eine automatische Bedienung der Sojus-Kapsel erlaubt. Ein ständiger Funkkontakt mit dem Boden ist damit nicht mehr nötig.

Vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan fliegen die Russen Pawel Winogradow und Alexander Missurkin sowie der US-Amerikaner Chris Cassidy ins All. Dort arbeiten derzeit der Kanadier Chris Hadfield, der US-Amerikaner Thomas Marshburn und der Russe Roman Romanenko.

Ältester Russe im All

Um für den nächtlichen Start topfit zu sein, mussten die Raumfahrer ihren Biorhythmus umstellen. "Das ist schon kompliziert", meinte Winogradow. Der Kosmonaut feiert auf der ISS seinen 60. Geburtstag und wird mit dem Aufenthalt zum ältesten Russen im All.

"Alles ist bereit", sagte Witali Lopota vom Raketenbauer Energija der Agentur Interfax zufolge. Der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, zeigte sich demonstrativ gelassen. "Wir haben den Ablauf wiederholt getestet und an unbemannten Transportern ausprobiert", sagte Popowkin. Russland ist nach dem Aus für die US-Space-Shuttles derzeit das einzige Land, das Menschen zum Außenposten der Menschheit in rund 410 Kilometern Höhe transportieren kann.

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Quelle: n-tv.de

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