Donnerstag, 19. November 2009
Hunderte Tiere für "wissenschaftliche Zwecke": Japans Walfangflotte läuft aus
Erst seit dem späten 20. Jahrhundert hat das Fleisch der Wale an Bedeutung gewonnen. Der Nährwert ist umstritten.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Mehrere japanische Schiffe sind zur neuen Jagdsaison auf Wale ausgelaufen. Wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace mitteilte, lichteten im westjapanischen Hafen Innoshim die Schiffe "Nisshin Maru", "Yushin Maru 2" und "Yushin Maru 3" die Anker. Sie werden wie alljährlich rund fünf Monate unterwegs sein, um in der Nähe der Antarktis mehrere hundert Wale zu erlegen.
Greenpeace kritisierte das Auslaufen der Schiffe und äußerte die Hoffnung, der diesjährige Walfang werde "der letzte" sein. Japan ist einer der wenigen Staaten, in denen die Jagd auf Wale noch zulässig ist. Der Walfang wird mit umgerechnet rund sechs Millionen Euro vom japanischen Staat bezuschusst. Er erfolgt auf der Gundlage einer Klausel der internationalen Walfangkommission, nach der die Jagd auf die Meeressäuger für "wissenschaftliche Zwecke" zulässig ist. Allerdings ist es in Japan kein Geheimnis, dass die Wale anschließend zum Verzehr freigegeben werden.
Tierschützer wie die Organisation "Sea Sheperd" leisten aktiven Widerstand gegen den Walfang. Dabei gab es in den vergangenen Jahren wiederholt gewalttätige Auseinandersetzungen mit den japanischen Walfängern. Im vergangenen Jahr erbeuteten die japanischen Schiffe 680 Wale, in den Vorjahren waren es 800 bis 900. Der Nährwert der Wale ist umstritten, allerdings gibt es Japaner, die am Verzehr von Walfleisch hängen, weil Wale nach dem Zweiten Weltkrieg die einzige erschwingliche Fleischsorte waren.
AFP
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