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Donnerstag, 08. Juli 2010

Betäubendes aus der Natur: Jasminduft als Valiumersatz

Ärzte raten immer wieder, keine stark riechenden Blumen im Schlafzimmer aufzustellen. Wissenschaftler weisen aber nun die beruhigende Wirkung des Jasminduftes nach.

Blüte einer Gardenia jasminoides.
Blüte einer Gardenia jasminoides.(Foto: Bernard Loison, wikipedia)

Bestimmte Düfte der Jasminblüten könnten bei Menschen eine ähnliche Wirkung wie Schlaftabletten oder Stimmungsaufheller haben. Das ist das Ergebnis einer Studie, die ein Forscherteam um Hanns Hatt von der Universität Bochum und Helmut Hass von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf durchführte.

Bei Tests mit Mäusen stellten die Forscher jedenfalls fest, dass die Düfte der "Gardenia jasminoides" den gleichen molekularen Wirkmechanismus auf die Tiere zeigen, wie Barbiturate (Schlafmittel) und Propofol (Hypnotika). Solche Beruhigungs-, Schlaf- und Entspannungsmittel sind die am häufigsten verordneten Psychopharmaka, die schwere Nebenwirkungen hervorrufen können. Der Unterschied zwischen beruhigender und hypnotischer Wirkung hänge laut Wissenschaftler allein von der Dosierung ab.

Einige offene Fragen

Ein Strauß Jasmin in einem Zimmer kann dementsprechend starke Schlaf- und Beruhigungsmittel nicht ersetzen. Die Forscher arbeiten nun daran, die chemische Struktur der Duftmoleküle so zu verändern, dass die Wirkung verstärkt wird. Offen bleibt die Frage, ob auch der natürliche Duft von Jasmin Nebenwirkungen auslösen kann.

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Die Entdeckung von Hatt und Hass wurde bereits patentiert. Sie gilt zudem als ein wissenschaftlicher Nachweis für die Grundlagen der Aromatherapie.

 

 

Quelle: n-tv.de

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