Freitag, 06. Oktober 2006
Lunge, Herz, Kindstod, Krebs: Kardiologen fordern Verbot
Die deutschen Herzmediziner fordern zum Schutz von Nichtrauchern effektive und flächendeckende Rauchverbote. "Öffentliche Gebäude und Gaststätten müssen endlich auch in Deutschland rauchfrei werden", sagte Prof. Helmut Gohlke auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Nürnberg.
"Wir sind besorgt darüber, dass der deutsche Gesetzgeber als einer der letzten in Europa die Bevölkerung nicht vor den Gefahren des Passivrauchens schützt", sagte Gohlke, Chefarzt am Herz-Zentrum Bad Krozingen und Autor eines Briefes an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), den 13 medizinische Fachgesellschaften und die Deutsche Herzstiftung unterzeichnet haben. Die Mediziner seien täglich mit den krank machenden Folgen des Rauchens konfrontiert.
Es sei wissenschaftlich klar nachgewiesen, dass das Passivrauchen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronischen Lungenerkrankungen und plötzlichem Kindstod führen könne. Gohlke verwies nach Angaben der DGK auf positive Erfahrungen mit dem öffentlichen Rauchverbot in anderen Ländern. So sei einer neuen Studie zufolge in Italien innerhalb von fünf Monaten die Zahl der Herzinfarkte um elf Prozent zurückgegangen.
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