Sonntag, 15. Februar 2009
Über 100 Schnupfenviren sequenziert: Kein Universalmedikament
Forscher haben das Genom von mehr als 100 Schnupfenviren sequenziert und damit einen Stammbaum der Erreger aufgestellt. Dabei wurde unter anderem deutlich, dass es auf absehbare Zeit kaum ein Medikament gegen alle Erreger geben wird: Diese tauschen genetisches Material aus, wenn mehrere von ihnen einen Menschen infiziert haben und in den Zellen aufeinandertreffen. Damit sind die Viren sehr variabel. Die Gruppe um Ann Palmenberg berichtet im Journal "Science" über ihre Resultate.
Infektionen mit den Rhinoviren sind weltweit häufig und folgenreich. Allein in den USA kämen jährlich rund 60 Milliarden Dollar an direkten und indirekten Kosten der gewöhnlichen Erkältung zusammen, erklären die Autoren. Erkältungen und die damit verbundenen Probleme ebnen weiteren Krankheitserregern den Weg - Bronchitis, Ohrund Lungenentzündungen oder Asthma können entstehen.
Die sequenzierten Viren zeigten, dass es unwahrscheinlich sei, jemals einen effektiven, breit wirksamen Wirkstoff zu entwickeln, ergänzt Palmenberg. Das weltweite Reservoir der Viren sei sehr groß. Weil die Viren Material untereinander austauschen, können Stämme mit vielen neuen, auch klinisch relevanten, Eigenschaften entstehen.
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