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Heftige Brandung an der Nordseeküste.
Heftige Brandung an der Nordseeküste.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 11. August 2017

Forscher: Zeitpunkt ändert sich: Klimawandel beeinflusst Hochwasser

Hochwasser gibt es an Europas Küsten regelmäßig. Doch über die letzten Jahrzehnte verschiebt sich in vielen Regionen der Zeitpunkt dafür. Das liegt am Klimawandel, ist sich nun eine Gruppe von Wissenschaftlern sicher.

Durch den Klimawandel verschiebt sich die Hochwassersaison in Teilen Europas: Ein internationales Wissenschaftlerteam hat in einer Studie erstmals einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Überschwemmungen belegt, wie das Helmholtz-Zentrum Potsdam und die federführende Technische Universität Wien mitteilten. Während Flüsse in den westlichen und nordöstlichen Regionen Europas im Frühjahr zeitiger über die Ufer treten, gibt es an der Nordsee und an Teilen der Mittelmeerküste immer später Überschwemmungen.

Die Wissenschaftler um den Hochwasserexperten Günter Blöschl von der TU Wien analysierten Daten aus 50 Jahren von mehr als 4200 hydrometrischen Stationen in 38 europäischen Ländern. Die Werte stammten aus den Jahren 1960 bis 2010. Zudem verglichen sie Niederschlag, Bodenfeuchte und Temperaturdaten. Die Ergebnisse wurden in der neuen Ausgabe des Fachmagazins "Science" veröffentlicht.

Veränderung innerhalb von Jahrzehnten

Dabei zeigte sich, dass sich die Fluten in Europa in den vergangenen fünf Jahrzehnten zeitlich ganz deutlich verschoben. "Im Nordosten Europas, in Schweden, Finnland und im Baltikum kommen die Hochwässer heute um einen Monat früher als in den 60er- und 70er-Jahren", erklärte Blöschl. Damals traten die Überschwemmungen durchschnittlich im April auf, heute im März. Die Forscher führen dies darauf zurück, dass der Schnee inzwischen früher schmilzt.

In England und Norddeutschland hingegen kommt das Hochwasser heute etwa zwei Wochen später als damals. Weil der Klimawandel der Studie zufolge die Luftdruckverhältnisse über dem Nordatlantik verändert, führt dies dort zu später auftretenden Winterstürmen.

An den Atlantikküsten Westeuropas führen der Klimawandel und die damit verbundenen früheren Niederschläge dazu, dass bereits eher im Jahr das Maximum an Bodenfeuchte erreicht ist. Der Boden ist dann bereits so voll mit Wasser, das dieses nicht mehr aufgenommen werden kann.

Klimawandel ist nicht einziger Faktor

In einigen Gebieten der Mittelmeerküste, vor allem entlang der Nordküste der Adria, ist wiederum die Erwärmung des Mittelmeers Ursache dafür, dass die Hochwasserereignisse immer später auftreten. Denn auch die Niederschläge kommen dort mittlerweile später.

Die Forscher verweisen darauf, dass sich die Intensität der Hochwasserereignisse allein nicht dafür eignet, den Einfluss des Klimawandels zu ermitteln. Die Heftigkeit und das Ausmaß einer Überschwemmung hänge nicht nur vom Klima ab, auch die Versiegelung von Flächen durch Bebauung, intensive Landwirtschaft oder auch der Rückgang von wasserspeichernden Auwäldern habe darauf einen Einfluss.

Erst die Daten zum Zeitpunkt der Hochwässer geben nunmehr Aufschluss über die Ursachen. Durch Hochwasser an Flüssen sind weltweit mehr Menschen betroffen als durch jede andere Naturgefahr. Die jährlichen durchschnittlichen Verluste durch Überflutungen werden weltweit auf umgerechnet rund 89 Milliarden Euro geschätzt.

Quelle: n-tv.de

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