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Das war Komet Hyakutake im Jahr 1996. Rund 16 Millionen Kilometer trennten ihn von der Erde.
Das war Komet Hyakutake im Jahr 1996. Rund 16 Millionen Kilometer trennten ihn von der Erde.(Foto: imago stock&people)

Ganz schön knapp: Kometen-Paar rast dicht an Erde vorbei

Es ist 246 Jahre her, dass zuletzt ein Komet der Erde so nah kam: Schweifstern P/2016 BA14 rückt uns am Dienstag ganz schön auf die Pelle und auch 252P/LINEAR ist heute kaum weiter weg. Was wir zu sehen bekommen, sind aber nicht die Kometen selbst.

Der eine ist ein Koloss von 230 Metern Durchmesser, der andere mit 100 Metern ebenfalls ein echter Brocken: Zum Wochenbeginn statten gleich zwei Kometen der Erde einen Besuch ab. Am heutigen Montag ist es 252P/LINEAR, der größere der beiden Himmelskörper. Im sicheren Abstand von 5,2 Millionen Kilometern rast er an unserem Planeten vorbei. Dienstag folgt dann P/2016 BA14 in ähnlicher Laufbahn. Er rückt uns etwas näher auf die Pelle: Nur 3,5 Millionen Kilometer trennen ihn von der Erde.

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Klingt weit, doch legt man galaktische Maßstäbe zugrunde, ist es ein Katzensprung. Seit Beginn der astronomischen Aufzeichnungen gingen erst wenige Kometen derart auf Tuchfühlung mit der Erde. Einer war D/1770 L1 (Lexell), der im Jahr 1770 fünfmal so groß wie der Mond am Himmel leuchtete. Er passierte die Erde in einem Abstand von nur gut 2 Millionen Kilometern. Im Jahr 1983 flog C/1983 H1 (IRAS-Araki-Alcock) in rund 5 Millionen Kilometern Entfernung an unserem Planeten vorbei. Dabei zeigte er sich als kreisförmige Wolke, etwa so groß wie der Vollmond. Und dann war da noch 55P/Tempel-Tuttle: Bahnberechnungen ergaben, dass es dieser Komet war, der im Jahr 1366 dicht an der Erde vorbeirauschte – in weniger als 3,5 Millionen Kilometern Entfernung.

Regnet es Sternschnuppen?

Die beiden Kometen, die nun auf Kuschelkurs mit der Erde gehen, werden mit bloßem Auge nicht zu sehen sein. Dafür sind sie zu weit von der Sonne entfernt. Nur mit Hochleistungsteleskopen ist es möglich, einen Blick von ihnen zu erhaschen. Die Wissenschaft wird die beiden Schweifsterne gespannt verfolgen, denn sie haben möglicherweise eine gemeinsame Geschichte: Die Nasa vermutet, dass es sich bei 252P/LINEAR und P/2016 BA14 quasi um Zwillinge handeln könnte - um Teile eines einst größeren Kometen. Woher sie kommen, ob sie wirklich zusammen gehören und wie sie beschaffen sind, wollen die Forscher klären.

Und auch für Laien könnte das kosmische Ereignis doch noch zu einem wunderbaren Schauspiel werden: Regnen kleinste Teilchen der beiden Kometen und ihrer Schweife auf die Erde hinab, nehmen wir das – in einer wolkenlosen Nacht – als Sternschnuppen wahr. 252P/LINEAR und P/2016 BA14 bescheren uns also womöglich ein Glitzern am Himmel. Das könnte noch bis Ende März zu sehen sein.

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Quelle: n-tv.de

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