Mittwoch, 06. Mai 2009
Vorbeugung durch Gen-Test: Komplikationen bei Herz-OP
Gen-Veränderungen können bei manchen Patienten zu einer Resistenz gegen den Wirkstoff Noradrenalin führen. Das haben Wissenschaftler der Charite Universitätsmedizin und des Max-Delbrück Centrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin entdeckt.
Normalerweise wird Noradrenalin während und nach Herzoperationen angewendet, um Kreislaufschocks und Nierenversagen zu verhindern. Bisher war rätselhaft, weshalb das Medikament häufig nicht wirkte. Die Wissenschaftler haben nun vorgeschlagen, mittels eines Gen-Tests vor der Operation festzustellen, bei welchen Patienten der Einsatz von Noradrenalin sinnvoll ist.
Die Forscher untersuchten 260 Patienten, die sich einer Bypass-Operation unterzogen hatten. Rund ein Viertel von ihnen wies die Gen-Veränderung auf, die den Wirkstoff Noradrenalin blockierte. Die Mehrzahl dieser Patienten hatte bei der Operation schwerwiegende Komplikationen bis hin zu irreparablem Nierenversagen erlitten. Ein einfacher Gen-Test würde nach Ansicht der Wissenschaftler genügen, um diese Gefahr auszuschließen.
dpa
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