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Pflanzliche Lebensmittel haben eine wesentlich geringere CO2-Emission als tierische.
Pflanzliche Lebensmittel haben eine wesentlich geringere CO2-Emission als tierische.(Foto: picture alliance / dpa)

Öfter mal auf Fleisch verzichten: Korrekter essen hilft dem Klima

Die Deutschen essen zu viel und zu ungesund: Regelmäßig mehr Obst und Gemüse statt Fleisch zu genießen ist nicht nur der Gesundheit zuträglich, es kann auch dem Klima effektiv nutzen. Das ist das Ergebnis einer neuen WWF-Studie mit beeindruckenden Zahlen.

Wer einmal pro Woche auf Fleisch verzichtet, kann schon nennenswert zum Klimaschutz beitragen. Das ermittelte die Umweltstiftung WWF in einer neuen Studie. Durch eine Verringerung des Fleischkonsums auf das empfohlene Maß könnte Deutschland seine Treibhausgasemissionen demnach um 27 Millionen Tonnen im Jahr senken - also um etwa drei Prozent des Gesamtausstoßes von derzeit 950 Millionen Tonnen. "Eine gesunde Ernährung ist eine absolut effektive Klimaschutzmaßnahme", sagte WWF-Expertin Tanja Dräger de Teran in Berlin.

Die Deutschen verbrauchen im Durchschnitt rund 60 Kilogramm Fleisch im Jahr - mehr als ein Kilogramm pro Woche. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Menge liegt bei 450 Gramm pro Woche. Von den deutschen Treibhausgasen werden laut WWF 204 Millionen Tonnen durch die Ernährung verursacht. Würde jeder Deutsche nur einmal die Woche auf Steak oder Schnitzel verzichten, könnten immerhin neun Millionen Tonnen Emissionen im Jahr gespart werden.

Weniger Essen im Müll

Eine Reduzierung der Lebensmittelabfälle würde nach WWF-Angaben den Ausstoß von Klimakillern wie Kohlendioxid um weitere 40 Millionen Tonnen verringern. Von den 80 Kilogramm Lebensmitteln, die jeder Deutsche im Jahr wegwerfe, seien 50 Kilogramm vermeidbar.

Der WWF forderte auch mit Blick auf die anstehende Klimakonferenz in Doha, dem weltweit steigenden Fleischkonsum im Kampf gegen den Klimawandel mehr Bedeutung beizumessen. Ernährungsgewohnheiten und Lebensmittelverschwendung würden bei der Diskussion oft ausgeblendet. Das kritisierte auch Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. "Die Leute denken über Glühbirnen nach, die Leute denken übers Fliegen nach, (...) aber jedenfalls ist auch hier ein großer Hebel beim Thema Ernährung", sagte er.

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Quelle: n-tv.de

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