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Ungeliebte Blutsauger: Läuse genetisch entziffert

Die winzigen Parasiten leben seit Millionen von Jahren vom Blut der Menschen und können sogar Bakterien übertragen. Das Erbgut der lästigen Körperläuse ist so klein, wie keines, das zuvor analysiert wurde. Trotzdem birgt es neue Erkenntnisse in sich.

Die Illustration aus dem 19. Jahrhundert zeigt zwei sich paarende Kleiderläuse.
Die Illustration aus dem 19. Jahrhundert zeigt zwei sich paarende Kleiderläuse.(Foto: George H. F. Nuttall, wikipedia)

Sie piesacken ihre Gastgeber seit Millionen von Jahren, leben nur von deren Blut und müssen sterben, wenn sie länger von ihnen getrennt werden: Die Läuse teilen sich mit dem Menschen eine lange Geschichte. Zehn Jahre nach dem menschlichen Genom ist jetzt auch das Erbgut der Körperlaus Pediculus humanus humanus, entziffert worden.

Forscher von 28 Institutionen in Europa, den USA, Australien und Südkorea stellten das Erbgut der ungeliebten Blutsauer im US-Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) vor.

Ein einfaches Läuse-Leben

Die mikroskopische Aufnahme einer Kopflaus.
Die mikroskopische Aufnahme einer Kopflaus.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Das Genom der Körperlaus ist kleiner als jedes andere bisher sequenzierte Insektenerbgut, erläutert der Entomologe Barry Pittendrigh. "Das Leben von Läusen ist sehr, sehr simpel", sagte Pittendrigh dem Magazin. "Sie leben entweder in unseren Haaren oder der Kleidung und haben nur eine Art Mahlzeit, unser Blut". Im Gegensatz zu der nahe verwandten Kopflaus kann die Körperlaus - auch Kleiderlaus genannt - Bakterien übertragen.

Die Auswertung des Läuse-Genoms könnte auch überraschende neue Erkenntnisse über den Menschen produzieren. Da die Tiere den Menschen durch dessen Evolution und Migration begleitet haben, soll die Analyse des Läuse-Genoms unter anderem verraten, wann der Mensch Kleidung zu tragen begann. Vor allem aber soll es dem Menschen helfen, die winzigen Blutsauger in Zukunft besser unter Kontrolle zu halten.

Quelle: n-tv.de

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