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So stellen sich die Forscher die Annäherung an den Asteroiden vor: "Mascot" in einem Computerbild.
So stellen sich die Forscher die Annäherung an den Asteroiden vor: "Mascot" in einem Computerbild.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 02. Dezember 2014

Japan schickt "Hayabusa2" ins All: Landeroboter soll über Asteroiden hüpfen

Auf "Philae" folgt das nächste Spektakel im All: "Hayabusa2" soll Proben von einem Asteroiden auf die Erde holen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg durchs Nichts. Die Sonde startet in Japan, wichtige Technik allerdings kommt auch aus Deutschland.

Erst vor Kurzem gelang der europäischen Raumfahrtorganisation Esa mit "Philae" die erste Landung einer Sonde auf einem Kometen. Mit "Hayabusa2" versucht sich nun die japanische Agentur Jaxa an der nächsten spektakulären Mission. Das Ziel: Asteroid "1999 JU3".

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Am Mittwoch soll es losgehen. Um 5.22 Uhr MEZ soll "Hayabusa2" vom Raumfahrtzentrum Tanegashima im Süden Japans abgeschossen werden. Ursprünglich war der Start für Sonntag geplant, musste aber wegen des Wetters verschoben worden.

Ein wichtiger Teil der auf sechs Jahre angelegten Mission ist der Asteroidenlander "Mascot" (Mobile Asteroid Surface Scout). Das zehn Kilogramm schwere Gerät des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll auf dem Asteroiden "1999 JU3" abgesetzt werden. Nach der kürzlichen Landung des Mini-Labors "Philae" auf dem Kometen "Tschuri" sei dies "die nächste Etappe einer aufregenden Reise ins All", sagte Hansjörg Dittus vom DLR.

"Mascot" kann 70 Meter weit hüpfen

Der Asteroid "1999 JU3" gehört zu einer häufig vorkommenden Klasse von erdnahen Asteroiden. Teleskopmessungen von der Erde aus ließen vermuten, dass er eventuell Wasser enthalte, so das DLR. Es bestehe die Möglichkeit, dass Asteroiden einst mit Einschlägen auf der Erde auch Wasser zu unserem Planeten gebracht haben könnten.

Mit Hilfe eines eingebauten Schwungarms kann das schuhkartongroße Landegerät "Mascot" bis zu 70 Meter weit hüpfen. Auf diese Weise soll es an verschiedenen Orten auf dem Asteroiden Messungen vornehmen. Die Sonde "Hayabusa2" soll währenddessen Bodenproben aufnehmen und anschließend 2020 zur Erde zurückbringen. Zudem soll sie um den Asteroiden kreisen und den Himmelskörper kartographieren. Bereits 2010 hatte die japanische Raumsonde "Hayabusa", Vorgänger der "Hayabusa2", erstmals Proben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Wie auch "Philae", soll "Hayabusa2" Informationen über die Entstehung unseres Sonnensystems liefern: Asteroiden gelten als Überreste aus der Frühzeit unseres Sonnensystems. Ihre genaue Zusammensetzung ist daher für Astronomen besonders interessant. Die Größe dieser Brocken kann sehr unterschiedlich sein. "1999 JU3" hat einen Durchmesser von nur etwa einem Kilometer.

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Quelle: n-tv.de

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