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Der Zika-Virus grassiert vor allem in Südamerika. Besonders Brasilien ist stark betroffen: Dort wird die Zahl der Infektionen auf 1,5 Millionen geschätzt.
Der Zika-Virus grassiert vor allem in Südamerika. Besonders Brasilien ist stark betroffen: Dort wird die Zahl der Infektionen auf 1,5 Millionen geschätzt.(Foto: picture alliance / dpa)

Studie will Zusammenhang zeigen: Löst das Zika-Virus Mikrozephalie aus?

In den USA finden Wissenschaftler wohl den ersten Beweis für einen biologischen Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus und Mikrozephalie. Labortests ergeben: Das Virus greift Zellen an, die maßgeblich an der Entwicklung des Gehirns beteiligt sind.

Wissenschaftler in den USA haben nach eigenen Angaben den ersten Beweis für einen biologischen Zusammenhang zwischen dem in Lateinamerika grassierenden Zika-Virus und Mikrozephalie bei Neugeborenen gefunden. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der US-Fachzeitschrift "Cell Stem Cell".

Bei der Mikrozephalie-Erkrankung kommen Babys mit einem zu kleinen Kopf und schweren Hirnschäden zur Welt. Labortests hätten ergeben, dass das von Mücken übertragene Zika-Virus Zellen angreife, die maßgeblich an der Entwicklung des Gehirns beteiligt seien, erklärte einer der Autoren, der Neurologe Guo-li Ming von der Johns Hopkins University. Das Virus setze diese Zellen außer Gefecht.

Studie ist erst der Anfang

Die Forscher hatten Föten und Babys mit den für Mikrozephalie typischen kleinen Köpfen untersucht und Abnormitäten in der Hirnrinde, auch Kortex genannt, gefunden. In sogenannten In-vitro-Experimenten verwendeten die Wissenschaftler neurale Progenitorzellen, die entscheidend für die Entwicklung des Kortex sind, und setzten diese Zellen dem Zika-Virus aus.

Innerhalb von drei Tagen infizierte das Virus den Ergebnissen der Studie zufolge 90 Prozent der Progenitorzellen, knapp ein Drittel der Zellen war abgestorben. Die infizierten Zellen reproduzierten außerdem das Virus. Andere menschliche Zellen blieben bei einer Konfrontation mit dem Zika-Virus der Studie zufolge hingegen weitgehend unbeschädigt.

Ob der Ablauf im Menschen aber derselbe ist, ist nicht sicher. "Diese Studie ist erst der Anfang und viele weitere Studien sind nötig, um die Verbindung zwischen Zika und Mikrozephalie zu verstehen", erklärte Amelia Pinto, Professorin für Molekularbiologie und Immunologie an der Saint Louis University.

Zika-Virus löst Nervenkrankheit aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte unterdessen eine separate Studie zu Zika und der Nervenkrankheit GBS als bislang "stärksten Beweis" für einen Zusammenhang beider Phänomene ein. Wie ein Team vom Pariser Institut Pasteur kürzlich herausfand, kann Zika die schwere Nervenkrankheit auslösen, die unter dem Namen Guillain-Barré-Syndrom bekannt ist. Grundlage der in der britischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Studie waren Daten von Erkrankten aus Französisch-Polynesien. Die Forscher machten dabei 42 Fälle von GBS aus, in denen die Nervenkrankheit offenbar durch das Virus ausgelöst wurde. Das ergaben unter anderem Bluttests.

Die WHO erklärte, die Untersuchung sei der bislang "stärkste Beweis" für einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Virus und der Erkrankung. Die WHO benötige aber noch mehr solcher Studien aus anderen betroffenen Gebieten, um eine abschließende Beurteilung abgeben zu können.

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Quelle: n-tv.de

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