In Ländern mit hohem Gesundheitsindex stehen Machos bei der Partnerwahl nicht so hoch im Kurs.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Mittwoch, 17. März 2010
Lebenserwartung und Partnerwahl: Machos stehen für Gesundheit
Frauen aus Ländern, in denen es um die Gesundheit der Bevölkerung vergleichsweise schlecht bestellt ist, bevorzugen Männer mit maskulinen Gesichtszügen. Das schreibt eine Forschergruppe um Lisa DeBruine von der University of Aberdeen in den "Proceedings B" der britischen Royal Society. Die Partnerwahl hängt demnach also auch vom Gesundheitszustand des Landes ab.
Ist die Lebenserwartung niedrig und die Verbreitung ansteckender Krankheiten vergleichsweise hoch, setzen Frauen offenbar auf genetische Gesundheit. Diese verbinden sie assoziativ mit maskulinen Gesichtszügen. Damit steige also die Wahrscheinlichkeit zur Zeugung gut gerüsteten Nachwuchses, erklären die Wissenschaftler.
Das ist besonders in den Ländern bedeutend, wo Gesundheit ein größerer Belang für das Überleben ist. Nachteil der maskulinen Männer: Sie gelten eher als unehrlich, unkooperativ und an kurzfristigen Beziehungen interessiert – als Machos eben. Das erkläre, warum Frauen aus Ländern mit hohem Entwicklungsstand weniger dazu neigen, maskulin aussehende Männer zu favorisieren, schreibt das Team um DeBruine. Frauen sehen Machos nicht als guten Partner für die Aufzucht der Kinder.
Für die Studie bewerteten 4794 Frauen von 16 bis 40 Jahren aus 30 überwiegend westlichen Nationen verschiedene Fotos von Männern. Zu den Ländern zählten unter anderem Deutschland, Brasilien, die USA, Kanada, Russland und Schweden. Um jeweils eine maskuline und eine eher weibliche Version der Porträts zu erhalten, bearbeiteten die Forscher die Bilder mit einem Grafikprogramm. Die Ergebnisse der Beurteilung verglichen sie mit Statistiken der Weltgesundheitsorganisation WHO zur nationalen Gesundheit der beteiligten Staaten. Darin inbegriffen sind Sterberaten von Kindern und Erwachsenen, Lebenserwartung und Todesfälle durch ansteckende Krankheiten.
Je niedriger der von den Vereinten Nationen angelegte Gesundheitsindex NHI eines Landes war, desto mehr zogen die Frauen einen kantigen Kerl einem eher weiblich aussehenden Mann vor. Diese Befunde seien unabhängig vom Durchschnittsalter der jeweiligen Landesgruppen und von individuellen Paarungsstrategien. Alle untersuchten Länder hätten allerdings einen relativ hohen Entwicklungsstand. Zu untersuchen bliebe, ob die Befunde auch auf sehr arme Staaten zutreffen, schreiben die Forscher.
asc/dpa/AFP
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