Fehlendes Muskel-GenMäuse mit Ausdauer
Ein fehlendes Muskel-Gen macht Mäuse zu ausdauernden Marathonläufern. Das hat ein Projekt der Universitätsklinik Heidelberg gezeigt.
Ein fehlendes Muskel-Gen macht Mäuse zu ausdauernden Marathonläufern. Das hat ein Projekt der Universitätsklinik Heidelberg gezeigt. Weil sie das Protein Calsarcin 2 nicht bilden konnten, hatten die Tiere eine viel höhere Ausdauerleistung, fand das internationale Forscherteam um Norbert Frey (inzwischen Universität Kiel) heraus. Die Mäuse hatten wegen des Gendefekts überdurchschnittlich viele "langsame" Muskelfasern, teilte die Klinik mit. "Schnelle" Muskelfasern konnten die Nager zwar auch sofort einsetzen, sie ermüdeten aber schneller. Die Arbeit könne auch für die Erforschung von Herzmuskelschwäche bei Menschen von Bedeutung sein.
Das schnelle Wachstum der Ausdauer-Muskeln sei wiederum auf das Protein Calcineurin zurückzuführen. Dies werde normalerweise durch Calsarcin 2 reguliert. Das Team aus Kardiologen erforschte das Muskelprotein so genau, weil zum einen die Herz- und Skelettmuskulatur relativ gleich sind und das fehlende Protein auch Rückwirkungen am Herzen haben könnte. Zudem hängt nach Angaben der Forscher die Leistungsfähigkeit von Herzpatienten "wesentlich vom Zustand der Skelettmuskulatur ab".
Mit ihrer Forschung wollen die Experten molekulare Zusammenhänge zwischen Herz- und Skelettmuskulatur erschließen. Die Forscher haben ihre Ergebnisse im "Journal of Clinical Investigation" veröffentlicht.