Die historische Maya-Handschrift "Codex Dresdensis" zählt zu den ältesten Büchern der Welt.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Donnerstag, 05. November 2009
Kollaps bisher für 2012 vorausgesagt: "Maya-Weltuntergang" später
Apokalyptiker und furchtsame Emmerich-Filmfans können aufatmen: Das angeblich im Maya-Kalender vorausgesagte Weltenende dürfte 2012 wohl ausfallen. Der Archäoastronom Andreas Fuls vom Institut für Geodäsie und Geoinformationswissenschaft der TU Berlin zumindest datiert den Untergang der Hochkultur um 208 Jahre nach hinten. Danach wäre erst 2220 das letzte Stündlein der Menschheit gekommen. Seit Jahren arbeitet Fuls mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms daran, die in Quellen dokumentierten Einzelereignisse der Maya-Kultur anhand von astronomischen Kalenderdaten genau zu berechnen.
Neue Forschungswege
Die meisten Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass die Maya- Kultur vom 3. bis 9. Jahrhundert nach Christus ihre kulturelle Blüte hatte und danach langsam unterging. Diese Datierung stützt sich vor allem auf Dokumente der Kolonialherrschaft aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Fuls ging andere Wege. So benutzte er vor allem den "Dresdner Kodex", die umfangreiche Abschrift eines Maya-Kalenders, der religiöse Kulte und ihre astronomischen Merkmale auflistet. Solche Kalender und auch andere erhaltene Maya-Monumente berichten nicht nur von Herrschern, Kriegen oder Festen, sondern nennen auch Sonnenstand, Finsternisse oder die Sichtbarkeit der Venus als Anhaltspunkte.
So könne das gleichzeitige Auftreten von Wintersonnenwende, Neumond und Venus, das im "Dresdener Kodex" genannt wird, genau auf den 19. Dezember 830 datiert werden - und damit 208 Jahre später als bislang angenommen, sagt Fuls, der seine Außenseiter-These auch in einem TV-Beitrag von "National Geographic" vertritt (8.11.). Die häufigste Reaktion anderer Maya-Forscher sei bisher jedoch total ablehnend, sagt Fuls. Dabei würden die gängigen Datierungsmittel, wie etwa die Radiokarbonmethode, durch eine Ungenauigkeit von 150 Jahren seinen Ergebnissen gar nicht widersprechen. "So taggenau wie die Astronomie ist einfach keine andere Methode", sagt der Forscher.
dpa
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