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Donnerstag, 02. Juni 2011

Status spielt eine Rolle: Mehr Fleisch für starke Bonobos

Bonobos, die einen höheren Rang haben, bekommen mehr Fleisch als ihre Artgenossen. So erhalten sie viele Nährstoffe einfacher, die aus der pflanzlichen Nahrung schlechter zu bekommen sind.

Fleisch spielt in der Ernährung der Bonobos eine eher untergeordnete Rolle.
Fleisch spielt in der Ernährung der Bonobos eine eher untergeordnete Rolle.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der soziale Rang von Bonobos bestimmt auch über den Fleischkonsum der Tiere. Das haben Forscher um Vicky Oelze vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausgefunden. Das meiste tierische Protein erhalten demnach höherrangige Männchen, gefolgt von den stärkeren Weibchen und schließlich den Heranwachsenen.

Das Team untersuchte die Zusammensetzung von 143 Haarproben der nahen Verwandten des Menschen, die am Studienort LuiKotale im Kongo gesammelt wurden. Dort werden die Primaten schon seit langer Zeit erforscht. Bereits zuvor war bekannt, dass hoch entwickelte Affen auch andere, kleinere Tiere jagen und verzehren. Die nahe verwandten Schimpansen etwa nutzen dafür sogar Äste, mit denen sie in Baumhöhlen stochern, um Buschbabys zu töten.

Haare zeigen, was gegessen wurde

Welcher Bonobo welchen Anteil tierischer und pflanzlicher Nährstoffe frisst, lässt sich noch Monate später anhand einer chemischen Analyse der Haare nachweisen. Diese bestehen zu großen Teilen aus dem Protein Keratin. In dieses werden – wie auch in andere Proteine – im Zuge des Wachstums Kohlenstoff- und Stickstoff-Atome aus der Nahrung eingebaut. Weil sich auch die Zusammensetzung tierischer und pflanzlicher Nahrung unterscheidet, geben die Haare Auskunft darüber, was gefressen wurde.

Bei einigen Männchen gab es einen Zusammenhang zwischen dem Gehalt des Stickstoff-Isotops N15 in den Haaren und dem sozialen Rang. Der Gehalt war umso höher, je höher der soziale Rang ausfiel. Die starken Männchen hatten also nach der Jagd besonders viel Fleisch bekommen, das viele Nährstoffe enthält, die aus der pflanzlichen Nahrung weit schlechter zu bekommen sind. Insgesamt aber spielte das Fleisch bei der Ernährung der Primaten aber nur eine untergeordnete Rolle, schreiben die Forscher. Die Ergebnisse stehen in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften.

Quelle: n-tv.de

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