Mittwoch, 21. Juli 2010
Heimat der Cucumis: Melonen stammen aus Asien
Lange wurde vermutet, dass die botanische Gattung Cucumis, zu der auch Gurke und Melone gehören, aus Afrika stammt. Jüngste Forschungen haben nun ergeben, dass das Gemüse ursprünglich aus Asien kommt.Melone und Gurke stammen jüngsten Forschungen zufolge ursprünglich aus Asien – und nicht wie bisher vermutet aus Afrika. Dies zeigt eine genetische Analyse, berichtet die Botanikerin Susanne Renner von der Ludwig-Maximilians-Universität München. "Wir haben zudem eine Reihe verwandter und noch nicht beschriebener Arten nachgewiesen, die aus Australien oder aus Gegenden rund um den Indischen Ozean stammen." Lange wurde laut Renner vermutet, dass die botanische Gattung Cucumis, zu der auch Gurke (Cucumis sativus) und Melone (Cucumis melo) gehören, aus Afrika stammt, weil dort zahlreiche wilde Cucumis-Arten existieren.
Die nun ausgewerteten Daten sprechen den Forschern zufolge aber insgesamt für Asien als Ursprungsregion des gemeinsamen Vorfahren von Gurke und Melone. Für beide Spezies lassen sich Vorgängerpopulationen im Himalaya nachweisen. Die Biologin wies darauf hin, dass die Gurke – weltweit eines der am häufigsten angebauten Gemüse – eine von nur sechs Blütenpflanzen sei, deren Genom vollständig entziffert wurde. Daher sollten sich genetische Studien an dieser und verwandten Arten künftig auf Asien und Australien konzentrieren.
Melonen sind nicht nur lecker, kunstvoll verziert sind sie auch eine schöne Tischdekoration.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
"Wir haben Teile des genetischen Materials von mehreren 100 Cucumis-Herbarbelegen analysiert, die aus Afrika, Australien und Asien stammen", berichtet Patrizia Sebastian, Erstautorin der Studie. "Dabei hat sich gezeigt, dass die wilde Schwesternart der Melone aus Australien stammt, von der sie sich vor etwa drei Millionen Jahren abspaltete." In Asien und Australien gebe es mindestens 25 Cucumis-Arten, die sich vor rund zwölf Millionen Jahren von ihren afrikanischen Verwandten trennten.
Für die Studie griffen die Forscher auf Ressourcen der Botanischen Staatssammlung und des Botanischen Gartens in München zurück. Ein Großteil der untersuchten Pflanzen sei im 19. Jahrhundert in Indien, Vietnam oder Australien gesammelt und – in vielen Fällen – dann wieder vergessen worden. Manche Fundorte existieren heute nicht mehr, weil sie bebaut wurden. Die Resultate sind in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften nachzulesen.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Wissen
-
Chemiegeruch meiden
Karnevalsmasken oft belastet
-
Küssen verboten? Im Gegenteil!
Die 10 größten Erkältungsirrtümer
-
Gefährliche Infektion
Schlaffes Baby sofort zum Arzt
-
Kleinste europäische Trägerrakete
Vega bereit für Jungfernflug
-
Maya-Forscher sind sich (fast) sicher
Die Welt geht 2012 nicht unter
-
Dichtung und Wahrheit
Neues von der CO2-Lüge
-
Vahrenholt irrt
"Es wird weiterhin wärmer"
-
Reparatur statt Austausch
Titanring dichtet Herzklappen ab
-
Im Rücken und im Magen
Wenn die Seele schmerzt
-
Krebstherapie in der Schwangerschaft
Chemo gefährdet Babys nicht
-
Fundsache, Nr. 1081
Römische Außenposten aufgespürt
-
Töne im hohen Ultraschallbereich
Wie sich Primaten unterhalten
