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Mr Gorilla ist kein Unbekannter. Schon im vergangenen Jahr gab er den Gorilla beim Marathon.
Mr Gorilla ist kein Unbekannter. Schon im vergangenen Jahr gab er den Gorilla beim Marathon.
Mittwoch, 26. April 2017

Kreative Tierschutzaktionen: Mr Gorilla und Breitmaulnashorn "Sudan"

Was haben ein kriechender Polizist im Gorilla-Kostüm in London und ein 43-jähriges Breitmaulnashorn auf Tinder gemeinsam? Beide hoffen auf Aufmerksamkeit, weil sie dringend Schutz benötigen.

Für die meisten Menschen sind vier Stunden eine passable Laufzeit für einen Marathon, bei Tom Harrison ist das anders. Der hauptamtliche Polizist nimmt in seiner Freizeit am Londoner Marathon teil – und plant dafür eine Laufzeit von mehreren Tagen ein.

Der Grund? Der Brite trägt auf dem Marathonkurs nicht nur ein Gorilla-Kostüm, sondern er legt die knapp 42 Kilometer lange Strecke auch noch krabbelnd zurück. Deswegen hat er nun nach drei Tagen auch erst die Hälfte der Strecke absolviert, wie die britische "BBC" berichtet. Das Ziel von Mr Gorilla ist aber ohnehin nicht so sehr sportlicher Natur. Harrison sammelt Spenden für den Schutz der Menschenaffen, insbesondere im östlichen Kongo, wo die "Gorilla Organization" aktiv ist.

2000 Pfund möchte er sammeln, dafür krabbelt der 41-Jährige noch je 10 bis 12 Stunden pro Tag durch die britische Hauptstadt. Und ja, die Knochen tun ihm bereits weh, wie er sagte. Donnerstag oder Freitag wird mit seiner Ankunft im Ziel gerechnet.

"Sudan" bekommt Hilfe von Tinder

Eine andere, aber nicht weniger ungewöhnliche Artenschutz-Aktion haben sich Tierschützer aus Kenia ausgedacht. "Ich will ja nicht dreist erscheinen, aber von mir hängt wortwörtlich die Zukunft meiner Art ab." So steht es im Profil von "Sudan" auf Tinder.

"Sudan" ist ein Nördliches Breitmaulnashorn und der letzte Bulle seiner Art. Um für Nachwuchs zu sorgen, haben sich die Aktivisten des kenianischen Wildtierreservats Ol Pejeta und Tinder zusammengetan. "Der begehrteste Junggeselle der Welt" ist 43 Jahre alt und das letzte männliche Tier der Nashorn-Unterart Ceratotherium simum cottoni. Ein Wisch nach rechts - ein Ausdruck des Interesses auf Tinder - bringt den Anwender auf eine Spenden-Website.

Die gesammelten Gelder sollen an Einrichtungen gehen, die die Möglichkeit künstlicher Befruchtung bei Nashörnern erforschen. Zwar lebt "Sudan" in Kenia mit den beiden noch letzten lebenden Breitmaulnashorn-Kühen Najin und Fatu zusammen, eine natürliche Befruchtung scheint aber aufgrund seines hohen Alters kaum mehr möglich.

Nashörner werden 40 bis 50 Jahre, Sudan ist also bereits ein Greis, wie es die "Zeit" in dem Artikel "Das letzte Nashorn" beschrieb: "Seine Hoden sind verkleinert, die Qualität seiner Spermien ist miserabel, und er könnte sich gar nicht mehr lange genug auf den Hinterbeinen halten, um eine der beiden Kühe zu decken, Nashornsex dauert bis zu eineinhalb Stunden. Sudan hat aber sowieso keine Lust auf Sex. Er ist impotent."

Damit sind die Nördlichen Breitmaulnashörner nicht nur eine vom Aussterben bedrohte Tierart, sie sind quasi ausgestorben. Es sei denn, es gelingt den Forschern doch noch rechtzeitig, Najin und Fatu künstlich zu besamen.

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Quelle: n-tv.de

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