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Vom Asteroiden "2012 DA 14" wusste man ein Jahr, bevor er der Erde nahe kam. Für eine Abwehr hätte diese Zeitspanne wahrscheinlich nicht ausgereicht.
Vom Asteroiden "2012 DA 14" wusste man ein Jahr, bevor er der Erde nahe kam. Für eine Abwehr hätte diese Zeitspanne wahrscheinlich nicht ausgereicht.(Foto: picture alliance / dpa)

UNO spricht über Gefahren aus dem All: "Müssen uns besser vorbereiten"

Schublade öffnen, Mission parat. So stellen sich UN-Raumfahrtexperten die ideale Reaktion auf eine Bedrohung aus dem All vor. Vorerst stellen sie fest: Wenn der nächste große Brocken aus dem Weltraum auf die Erde zurast, größer vielleicht sogar als der Meteorit, der jüngst im Ural einschlug, muss die Welt besser darauf vorbereitet sein. Erste Ideen gibt es.

Angesichts des Meteoriten-Einschlags in Russland haben die Vereinten Nationen (UN) eine bessere internationale Zusammenarbeit und Vorbereitung auf solche Ereignisse gefordert. Man brauche ein internationales Netzwerk zur Warnung vor Gefahren aus dem All und zwei Gruppen, die sich mit der Erforschung und Abwehr auseinandersetzten, sagten Raumfahrtexperten in Wien. Momentan arbeite eine Expertengruppe des UN-Büros für Weltraumfragen (UNOOSA) entsprechende Vorschläge aus, die im kommenden Jahr von der UN-Vollversammlung in New York abgesegnet werden sollen.

Der Meteoriteneinschlag im Ural ging mit einem großen Kondensstreifen einher. Weg vom Fenster! Die kommende Druckwelle zerstört die Scheiben.
Der Meteoriteneinschlag im Ural ging mit einem großen Kondensstreifen einher. Weg vom Fenster! Die kommende Druckwelle zerstört die Scheiben.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Meteoriten-Einschlag habe sicherlich das Bewusstsein dafür geschärft, dass solche Dinge passieren können, sagte der Chef des NASA-Programms für die Beobachtung von erdnahen Objekten, Lindley Johnson. "Wir müssen uns besser auf so etwas vorbereiten." Idealerweise wisse man über Meteoriten-Einschläge schon sehr früh Bescheid, so dass man sehr viel Zeit habe, herauszufinden, was am Besten zu tun sei. Auch die Bevölkerung müsse besser informiert werden.

Asteroid von einem Kilometer Durchmesser

Mit ihren Empfehlungen beziehen sich die Experten überwiegend auf die Erde bedrohende Objekte mit einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer. Dies sei die grobe Grenze, ab der man im Falle eines Einschlags mit weltweiten Konsequenzen rechne. Bisher gibt es so gut wie keine globalen Strukturen für solch ein Szenario.

Die Wissenschaftler wollen nun ein allgemeines Netzwerk und verschiedene internationale Expertengruppen etablieren, die im Falle verschiedener Szenarios aktiv werden können. "Wenn es dann eine Bedrohung gibt, muss man nur die Schublade öffnen und hat die richtige Mission parat", sagte der Vorsitzende des UN-Aktionsteams für erdnahe Objekte, Sergio Camacho. Das neue Netzwerk informiere die Staaten über die Gefahr und die Einschätzung der Experten. Die Entscheidung zur Abwehr müsse dann auf politischer Ebene fallen.

Im Falle eines Meteoriten-Einschlags mit weltweiten Folgen diskutieren die Experten verschiedene Abwehrtechniken - von einer Änderung der Flugbahn durch einen Raketeneinschlag bis hin zur Atombombe als letztes Mittel. Eine akute Bedrohung gibt es die nächsten hundert Jahre allen Erkenntnissen nach aber nicht: "Sie können ruhig schlafen, dass es da draußen kein Objekt gibt, dessen Einschlag globale Konsequenzen hätte" sagte Johnson. Man würde die Bedrohung auch Jahre zuvor entdecken.

Bloß nicht aus dem Fenster gucken!

Der Einschlag in Russland hätte auch bei der Umsetzung ihrer Empfehlungen nicht verhindert werden können, sagten die Experten. Doch die Menschen hätten besser informiert und darauf vorbereitet werden können. "Es ist dasselbe, wie Leuten beizubringen, dass es keine gute Zeit zum Muschelsammeln ist, wenn sich das Wasser am Strand ins Meer zurückzieht - weil ein Tsunami kommt", sagte Johnson. Wenn sie einen weißen Blitz und einen großen Kondensstreifen am Himmel sehen, müssten die Menschen lernen, dass sie sich vor der kommenden Druckwelle schützen und beispielsweise nicht am Fenster stehen.

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Quelle: n-tv.de

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