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Zeichen im Alltag erkennenNach einem Seitensprung

22.01.2008, 09:20 Uhr

Romantiker tun sich schwer, dieser Tatsache ins Gesicht zu sehen. Aber Seitensprünge kommen vor, und sie sind nicht mal selten. Fliegt der Betrug am Partner auf, steht eine scheinbar intakte Beziehung plötzlich auf der Kippe.

Romantiker tun sich schwer, dieser Tatsache ins Gesicht zu sehen. Aber Seitensprünge kommen vor, und sie sind nicht mal selten. Fliegt der Betrug am Partner auf, steht eine scheinbar intakte Beziehung plötzlich auf der Kippe.

Dabei liegt der Grund für das Fremdgehen in der Vergangenheit - einer der Partner hat längst begonnen, sich vom anderen zu entfernen. So weit muss es nicht kommen - kleine Zeichen im Alltag können darauf hindeuten, dass einer von beiden anfängt zu fremdeln.

Geht sie oder er offensichtlich auf Distanz, ist das schon ein sehr deutlicher Hinweis. "Wenn sich der andere nur noch mit sich selbst beschäftigt und Begegnungen mit dem Partner aus dem Weg geht, kann das bedeuten, dass er sich innerlich mehr und mehr von der Beziehung verabschiedet", sagt Psychologe Michael Mary aus Schadeland in Mecklenburg-Vorpommern. Im Klartext heißt das: Geht der Freund fast ausschließlich seinen eigenen Interessen nach, telefoniert stundenlang und bespricht Dinge, von denen sie nichts weiß, dann ist Gefahr im Verzug. Eine deutliche Sprache spricht es auch, wenn er sich zum Beispiel im Internet neue Bekanntschaften sucht.

So einfach ist es aber meist nicht. Denn niemand kann trotz aller Vertrautheit in den anderen hineinsehen. "Menschen suchen in ihren Beziehungen immer nach Vollkommenheit", erläutert Paarcoach Eva-Maria Zurhorst aus Wuppertal. Wer das Gefühl hat, in der Zweisamkeit fehlt etwas, versucht das Vakuum wieder aufzufüllen - manchmal sucht er das Fehlende dann außerhalb der Beziehung. Bis zum Seitensprung ist es dann bisweilen nur noch ein kleiner Schritt - und der Partner oder die Partnerin wird davon wohl zunächst nichts erfahren.

Auch wenn alles gut zu laufen scheint, können sich Männer und Frauen daher nicht sicher sein - das ist die Erfahrung von Sex-Talkerin Erika Berger aus Köln. Denn es gibt auch ganz banale Gründe, die Menschen sexuell aus ihrer Partnerschaft ausbrechen lassen. "Es gibt Leute, die gerade in dieser Richtung noch keine großen Erfahrungen gemacht haben. Bei denen ist die Neugier und die Angst sehr groß, etwas zu verpassen." Andere suchten immer wieder nach Bestätigung und seien aus diesem Grund an "neuen Kontakten" interessiert.

"Wer ein bisschen sensibel ist, spürt, wenn der Partner auch anderswo aktiv wird", sagt Berger. Gerade Frauen haben ihrer Meinung nach einen sechsten Sinn in dieser Hinsicht. "Wenn Männer auf einmal viel aufmerksamer sind oder sogar Blumen und Geschenke mitbringen, obwohl es gar keinen Anlass dafür gibt, werden wir hellhörig." Kommen diese plötzlichen Zuwendungen dann auch noch mit längeren Arbeitszeiten und Auswärtsterminen einher, sei für viele Frauen die Sache klar. Deshalb sind aber nicht die Männer die Bösen in diesem Spiel.

"Männer merken es oft erst ziemlich spät, wenn sich die Partnerin ihren Spaß woanders sucht", hat Erika Berger in Gesprächen mit Betroffenen immer wieder festgestellt. "Frauen sind beim Fremdgehen raffinierter und planen die ganze Sache vorher ganz genau." Bei den Männern sollten die Alarmglocken klingeln, wenn Frauen lustlos im Bett sind und immer wieder neue Ausreden erfinden, wenn es zur Sache gehen soll. Solange der Partner seinen Seitensprung nicht gesteht, bleiben das aber alles nur Vermutungen. Sicherheit bringt nur ein klärendes Gespräch.