Freitag, 06. Juni 2008
Neue Technik zur Arterhaltung?: Nashorn-Eizelle befruchtet
Einem australischen Zoo ist mit deutscher Hilfe erstmals die künstliche Befruchtung einer Nashorn-Eizelle gelungen. Sollte das Verfahren irgendwann zu einem Zuchterfolg führen, wäre dies der Durchbruch zur Sicherung des Fortbestandes der gefährdeten Art, teilte der Taronga Western Plains Zoo in Dubbo im Bundesstaat New South Wales mit.
Demnach versuchten sich heimische Biologen mit Unterstützung von Experten des Berliner Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) mehrmals an der Befruchtung eines weiblichen Spitzmaul-Nashorns, bis sie nun Erfolg hatten.
Technik fehlt
Allerdings gebe es noch keine Technik, um das befruchtete Ei einem Muttertier einzupflanzen und die 14-monatige Trächtigkeit einzuleiten, räumte Biologin Tamara Keeley im australischen Rundfunk ein. Deshalb werde die befruchtete Eizelle in flüssigem Stickstoff tiefgefroren, bis die entsprechende Technik entwickelt sei. In freier Wildbahn gibt es nur noch 3725 Spitzmaul-Nashörner, eine von fünf Nashorn-Arten. Im Taronga-Zoo leben elf der Tiere.
IWZ-Mitarbeiter Thomas Hildebrandt erklärte, der Durchbruch verhelfe dazu, das Genom höchst gefährdeter Tierarten in Gefangenschaft oder freier Wildbahn zu bewahren. Das eröffne die Möglichkeit, das Erbgut später mit entsprechender Technik irgendwo und jederzeit in die Population wieder einzupflanzen und so möglicherweise das Aussterben von Arten zu bremsen oder umzukehren.
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