Mittwoch, 03. Februar 2010
Fortschritt im Kampf gegen Malaria: Neue Forschungsansätze
Charakteristisch für die auch als "Wechselfieber" bezeichnete Infektion sind in bestimmten Intervallen auftretenden Fieberschübe.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Wissenschaftler haben einen neuen Ansatz gefunden, um die Tropenkrankheit Malaria zu behandeln. Forscher der Universität Yale im US-Bundesstaat Connecticut entdeckten bei Untersuchungen von Stechmücken im Labor mehr als zwei Dutzend kleine Rezeptoren, mit denen das Insekt Anopheles gambiae menschlichen Schweiß ausfindig macht, wie sie in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Studie in der britischen Fachzeitschrift "Nature" erklären. Einige dieser Empfänger könnten demnach "hervorragende Ziele" sein, um den Vorgang chemisch zu stören. "Wir suchen jetzt nach Verbindungen, die mit diesen Rezeptoren zusammenspielen." Dann könnte es zum Beispiel möglich sein, die Rezeptoren zu "verstopfen", so dass die Moskitos den Menschen nicht mehr finden, oder die Mücken "in die Falle zu locken".
In einer zweiten Studie machten australische Wissenschaftler den Mechanismus ausfindig, mit dem der gefährlichste Malaria-Erreger, Plasmodium falciparum, die Blutzellen des Menschen befällt. Der Erreger schleust hunderte so genannte Effektorproteine in die roten Blutzellen, die diese verändern und zugleich den Erreger für das Immunsystem unsichtbar machen, wie es in "Nature" heißt. Dieser Vorgang werde unter anderem durch ein Enzym namens Plasmepsin V ausgelöst. "Wenn wir einen Stoff fänden, um Plasmepsin V zu blockieren, würde der Malaria-Erreger sterben", erklärte der australische Forscher Alan Cowman aus Melbourne. Knapp eine Million Menschen sterben jährlich an Malaria.
AFP
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