Freitag, 21. Mai 2010
Keine Sonderangebote mehr: Neue Strategie gegen Alkohol
Alkohol steht an dritter Stelle der Risikofaktoren für einen vorzeitigen Tod. Die Weltgesundheitsorganisation kämpft nun gegen die weltweit anerkannte Droge und setzt auf Werbebeschränkung und Verkaufshindernisse.Im Kampf gegen den Alkoholmissbrauch fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Verbot von Sonderangeboten für alkoholische Getränke. Auch müsse ausdrücklich an Jugendliche gerichtete Alkoholwerbung untersagt werden, heißt es in einer von der UN-Organisation in Genf verabschiedeten Strategie. In dem nicht bindenden Dokument werden die 193 Mitgliedstaaten aufgefordert, die Verbote auf nationaler Ebene umzusetzen.
Die WHO stufte besonders sogenannte Flatrate-Angebote als problematisch ein, bei denen eine unbegrenzte Menge Alkohol zu einem Festpreis getrunken werden kann. Auch Rabattaktionen und sonstige Sonderangebote für alkoholische Getränke müssten verboten werden, heißt es in der WHO-Strategie gegen Alkoholmissbrauch. Durch günstige Preise würden gerade junge Menschen zum Alkoholkonsum verleitet.
Jugendliche sind gefährdeter
Die WHO beklagte, dass zunehmend Jugendliche Zielgruppe von Alkoholwerbung seien. Vor allem das Sponsoring von Sportveranstaltungen oder Konzerten durch Getränkekonzerne gebe Anlass zur Sorge. Die UN-Organisation rief außerdem dazu auf, den Alkoholverkauf zeitlich zu beschränken und die Zahl der Verkaufsstellen stärker zu regulieren. Hersteller sollten dazu verpflichtet werden, auf der Verpackung auf die Gefahren des Alkoholkonsums hinzuweisen.
Die WHO-Strategie gegen Alkoholmissbrauch erhielt breite Unterstützung von Schwellen- und Industrieländern. Nach Angaben der WHO ist Alkohol der weltweit drittgrößte Risikofaktor für vorzeitigen Tod. Im Jahr 2004 starben rund 2,5 Millionen Menschen an den Folgen des Alkoholkonsums, darunter 320.000 junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren.
AFP
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