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Freitag, 19. September 2008

Salzige Fingerabdrücke: Neue Technik zu Überführung

Der Appetit auf Fast Food könnte Verbrechern künftig zum Verhängnis werden. Wer nämlich viel Chips, Pommes oder Fertiggerichte isst, schwitzt mehr Salz aus. Das weiß die britische Polizei zu nutzen. Sie hat eine neue Technik entwickelt, mit der sie die Korrosion auf Metall aufspüren kann, die schwitzige Fingerspitzen hinterlassen. Je salziger der Schweiß ist, umso stärker zersetzt er das Metall und umso deutlicher prägt sich der Fingerabdruck ein. Und es kommt noch besser: Selbst wenn der Täter den Gegenstand später gründlich abwischt - die Spur bleibt erhalten.

"Das ist mit keiner anderen Methode möglich", erklärt John Bond von der Polizei in Northhamptonshire, der auch am Forensischen Forschungsinstitut der Universität in Leicester arbeitet. Er hat das neue Verfahren entwickelt, das auf elektrostatischer Aufladung basiert. "Um die Korrosionsspuren sichtbar zu machen, wird das Metall unter elektrische Spannung gesetzt und mit metallischem Puder bestreut." Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte Bond im "Journal of Forensic Science".

Das Verfahren funktioniert

Mit der neuen Methode können sogar Fingerabdrücke gewonnen werden, die mit herkömmlichen Techniken nicht mehr zu erkennen sind - zum Beispiel auf Patronenhülsen oder Teilen von Bomben. Beim Abfeuern einer Pistole entstehen nämlich so hohe Temperaturen, dass die klassischen Fingerabdrücke auf den Projektilen zerstört werden. Das Gleiche gilt bei der Explosion einer Bombe. Bonds Methode könnte also auch dabei helfen, terroristische Anschläge aufzuklären.

Dass das Verfahren funktioniert, konnte der Experte in vier Kriminalfällen testen: Demnach gelang es den Ermittlern mit Hilfe der Korrosionsspuren, diese Verbrechen aufdecken. In einem Fall konnten sie einen zehn Jahre zurückliegenden Doppelmord wieder aufrollen.

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