Freitag, 30. Januar 2009
Chikungunya-Fieber kommt: Neues Klima, neue Krankheiten
Ärzte haben vor neuen Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel gewarnt. "Der Klimawandel wird zahlreiche typisch tropische Krankheiten bis nach Europa führen", erklärten Vertreter der Bundesärztekammer und der Ärztekammer Niedersachsen anlässlich eines Expertenforums in Hannover. Als Beispiele nannten sie das West-Nil-Fieber und das so genannte Chikungunya-Fieber.
Im Sommer 2007 erkrankten den Angaben zufolge in Norditalien rund 200 Menschen am Chikungunya-Fieber, einer Krankheit, die zuvor nur bei Reisenden aus den Tropen nachgewiesen wurde. "Auch das West-Nil-Fieber hat mit Hilfe von Zugvögeln aus Afrika seinen Weg zu uns nach Europa gefunden", erklärte der Göttinger Mikrobiologe Uwe Groß. Es sei nur "eine Frage der Zeit, bis in Deutschland die ersten Fälle dieser Erkrankung nachgewiesen werden". Der Überträger des Chikungunya-Fiebers und auch des Dengue-Fiebers sei die Tigermücke. Eier dieser Mücke sind im Jahr 2007 auch erstmals in Deutschland nachgewiesen worden.
Erst der Anfang
"Mit der Rückkehr weiterer tropischer Erkrankungen wie der Malaria muss bei einem Fortschreiten der Erderwärmung gerechnet werden", berichtete Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Auch die Ausbreitung klassischer Erreger wie Influenza im Winter oder Durchfallerreger in der Sommersaison seien stark vom Klima abhängig.
Die Experten warnten auch vor einer deutlichen Zunahme von Hautkrebs durch die verstärkte ultraviolette Sonnenstrahlung. In Zukunft müsse die Mehrheit der Bevölkerung damit rechnen, mindestens einmal im Leben an einem Hautkrebs zu erkranken.
Zu den Gesundheitsgefahren durch den Klimawandel gehören nach Angaben der Experten auch die zunehmend zu erwartenden Hitzewellen. Am meisten gefährdet seien Menschen über 70 Jahre und chronisch Kranke. Die Ärztevertreter forderten deshalb Strategien, um die Gefährdung der Bevölkerung zu vermindern. Denkbar sei die Einrichtung von Hitze-, Pollen-, Ozon- und UV-Warnsystemen. Die Ärztevertreter wollen in Hannover auf einem Fachforum über den Klimawandel und die gesundheitlichen Folgen beraten.
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