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Das mit dem "Hubble"-Weltraumteleskop aufgenommene Bild zeigt den Kugelsternhaufen 47 Tucanae - eine kugelförmige Ansammlung einiger 100.000 Sterne (rechts eine Nahaufnahme). Stoßen zwei Milchstraßensysteme zusammen, kommt es unter den Sternen oft zu einem wahren Babyboom ("Starburst").
Das mit dem "Hubble"-Weltraumteleskop aufgenommene Bild zeigt den Kugelsternhaufen 47 Tucanae - eine kugelförmige Ansammlung einiger 100.000 Sterne (rechts eine Nahaufnahme). Stoßen zwei Milchstraßensysteme zusammen, kommt es unter den Sternen oft zu einem wahren Babyboom ("Starburst").(Foto: picture-alliance/ dpa)

Geburt bei Galaxienkollisionen: Nur größte Sternhaufen überleben

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Die Entstehung der riesigen Kugelsternhaufen rund um unsere Milchstraße haben deutsche und niederländische Astronomen simuliert. Demnach sind die kompakten Sterngruppen "Überlebende" eines zerstörerischen Prozesses vor 13 Milliarden Jahren, teilte das Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching bei München mit. Die meisten ihrer kleineren "Geschwister" seien ausgelöscht. Die Analyse ist im Fachjournal "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" veröffentlicht.

Rund um die Milchstraße befinden sich demnach etwa 200 kompakte Sterngruppen, die jeweils aus bis zu einer Million Sterne bestehen. Mit 13 Milliarden Jahren sind sie fast so alt wie das Universum selbst - und bieten deshalb wichtige Hinweise darauf, wie die ersten Sterne und Galaxien entstanden. Bei Kugelsternhaufen scheine die typische Sternzahl im ganzen Universum etwa gleich zu sein, heißt es in der Mitteilung. Jüngere Sternhaufen enthielten dagegen eine nahezu beliebige Anzahl von Sternen von weniger als 100 bis zu vielen 1000.

Das Team um Diederik Kruijssen simulierte nun Galaxienkollisionen, bei denen viele Sterne entstehen ("Starburst") - und eine Fülle heller, junger Sternhaufen. Nur die hellsten und größten Haufen überlebten eine Galaxienkollision aufgrund ihrer eigenen Anziehungskraft, schreiben die Forscher über die Daten ihrer Simulation. Kleinere Ansammlungen würden durch die sich rasch ändernden Gravitationskräfte zerstört.

"Es ist wirklich eine Ironie des Schicksals, zu sehen, dass Starbursts zum einen viele junge Sternhaufen entstehen lassen, die Mehrheit von ihnen aber gleichzeitig auch wieder zerstören", wird Kruijssen in der Mitteilung zitiert. Die Daten müssten nun mit Beobachtungen bestätigt werden. "In unserer kosmischen Nachbarschaft gibt es mehrere Galaxien, die vor kurzem große Ausbrüche von Sternentstehung durchlaufen haben. Es sollte daher möglich sein, die schnelle Zerstörung der kleineren Sternhaufen direkt in Aktion zu sehen."

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Quelle: n-tv.de

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