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Ein altes Orca-Weibchen und ihr Sohn.
Ein altes Orca-Weibchen und ihr Sohn.(Foto: dpa)

Evolutionärer Vorteil: Orcas sind Muttersöhnchen

Die Weibchen der Orcas leben noch Jahrzehnte nach dem Ende ihrer Fortpflanzungsfähigkeit. Anders als Großmütter der Menschen, die oftmals ihre Enkel mit erziehen, helfen die Wale vor allem ihren eigenen Söhnen. Das zumindest haben britische Forscher entdeckt.

Orca-Weibchen leben lange. Mit bis zu 90 Jahren schwimmen und jagen sie in ihrer Familiengruppe, lange nachdem sie die Fähigkeit zur eigenen Fortpflanzung verloren haben. Britische Forscher fanden jetzt eine mögliche Erklärung für diese lange Alterszeit. Sie kommt den Kindern zugute, vor allem den erwachsenen Söhnen, berichten sie in der US-amerikanischen Fachzeitschrift "Science".

Emma Foster, Darren Croft und ihre Kollegen von der Universität Exeter (Großbritannien) hatten die Lebensdaten von insgesamt 589 Orcas (Orcinus orca) aus zwei Gruppen vor der nordamerikanischen Westküste analysiert. Die Forscher fanden, dass die Überlebensrate der Nachkommen deutlich sank, wenn ihre Mütter starben, und dies nicht nur, wenn sie noch klein waren, sondern ebenfalls bei starken, erwachsenen Tieren. Dies betraf die Söhne stärker als die Töchter.

Männliche Nachkommen werden im Alter immer fitter - ihre Fortpflanzungsrate steigt und die Nachkommen werden zudem ohne Kosten für die eigene Gruppe in der eines gruppenfremden Weibchens aufgezogen. Zur Sicherung und Weitergabe der eigenen Gene sei es daher aus evolutionärer Sicht von großem Vorteil, die eigenen Söhne zu fördern, schließen die Forscher. Wie dies jedoch genau geschieht, ist noch unklar: Denkbar wäre, dass die alten Weibchen ihren Söhnen bei der Jagd oder Verteidigung beistehen.

Quelle: n-tv.de

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