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Würgeschlangen mit großem HerzenOrgan schwillt nach Essen an

01.11.2011, 07:50 Uhr
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Acht Meter lang und hungrig: die Tigerpython. (Foto: picture alliance/dpa)

Eine Tigerpython kann schon mal einen Hirsch verschlingen, wenn sie großen Hunger hat. Nach solch einer Mahlzeit schwillt ihr Herz um 40 Prozent an Masse an – ohne Fett abzulagern. Forscher erhoffen sich durch diese Entdeckung Rückschlüsse auf das gesunde Herzwachstum beim Menschen.

Bestimmte Fettsäuren lassen das Herz von Würgeschlangen nach einer Mahlzeit auf mehr als das anderthalbfache wachsen. Das Organ schwelle dabei auf gesunde Weise an, es gebe zum Beispiel keine Fettablagerungen, berichten US-Wissenschaftler im Fachmagazin "Science". Sie erhoffen sich Rückschlüsse auf Therapien für ein gesundes Herzwachstum beim Menschen.

Die Wissenschaftler um Leslie Leinwand von der Universität von Colorado in Boulder, USA, hatten Burmesische Tigerpythons untersucht. Ihr Blut enthielt am Tag nach einem üppigen Mahl die mehr als 50-fache Menge an Triglyceriden, dem Hauptbestandteil natürlicher Fette und Öle. 24 bis 72 Stunden nach einer großen Mahlzeit kann das Herz der Pythons 40 Prozent an Masse zugelegt haben.

Ohne zu verfetten

Die Forscher analysierten den Fettsäure-Mix im Blut der Schlangen und bildeten ihn künstlich nach. Dann injizierten sie hungernden Pythons entweder natürliches Plasma satter Tiere oder den nachgebildeten Mix. In beiden Fällen wuchs das Herz der Schlangen – auf gesunde Weise, ohne zu verfetten. Ebensolche Ergebnisse gab es, wenn Plasma oder künstlicher Fettsäure-Mix eine Woche lang Mäusen in kleinen Dosen injiziert wurde.

Als entscheidende Komponenten wurden von den Forschern Myristinsäure, Palmitinsäure und Palmitoleinsäure identifiziert. "Trainierte Athleten wie der Schwimmer Michael Phelps oder der Radrennfahrer Lance Armstrong haben riesige Herzen", erläutert Leinwand in einer Mitteilung ihrer Universität. "Aber es gibt viele Menschen, die wegen einer Herzkrankheit nicht trainieren können. Es wäre schön, für sie eine Behandlungsmöglichkeit für ein gesundes Wachstum der Herzzellen entwickeln zu können."

Tigerpythons können acht Meter lang werden und sogar Hirsche verschlingen, die so viel wiegen wie sie selbst. Im Gegenzug kommen sie bis zu ein Jahr lang ohne Nahrung aus.

Quelle: dpa