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Die Aufnahmen der Nasa zeigen eine Region direkt über dem sogenannten Perseverance-Tal auf dem Mars.
Die Aufnahmen der Nasa zeigen eine Region direkt über dem sogenannten Perseverance-Tal auf dem Mars.(Foto: picture alliance / Nasa)
Sonntag, 12. November 2017

In der Wüste des Oman: Österreicher simulieren Mars-Mission

Fünf Astronauten erklären sich bereit, vier Wochen lang in der Wüste des Oman zu leben und zu arbeiten. Die unwirtlichen Verhältnisse dort sollen so nah wie möglich an die Gegebenheiten auf dem Mars heranreichen. Kritiker sprechen von Geldverschwendung.

Die Sonne brennt, nichts als Sand und Steine, so weit das Auge reicht. Die unwirtliche Weite der omanischen Wüste ist für Alexander Soucek der perfekte Ort: "Wir wollen den Mars auf der Erde simulieren und deshalb brauchen wir eine Umgebung, die dem Mars so ähnlich wie möglich ist. Hier im Oman haben wir sie gefunden." Soucek bereitet die irdische Marsmission für das Österreichische Weltraumforum vor. Mögliche bemannte Marsmissionen elektrisieren Forscher und Raumfahrer von China über die USA bis Europa.

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Vier Wochen lang werden Astronauten im Februar auf der arabischen Halbinsel so tun, als seien sie auf dem Roten Planeten gelandet. Vier Männer und eine Frau werden dann testen, was Ausrüstung und Marsfahrzeuge taugen, ob in dem aufblasbaren Treibhaus tatsächlich Gemüse wächst und wie sie unter den extremen Bedingungen miteinander klarkommen. Bei Problemen sind sie auf sich allein gestellt, einziger Kontakt nach außen ist das Kontrollzentrum in Innsbruck.

Erste Inspektionen

Ausgerüstet mit Sonnencreme inspiziert jetzt ein Team aus österreichischen Wissenschaftlern in Overalls und ihren omanischen Partnern in langen weißen Gewändern die künftige Marslandschaft. Sie landen auf dem abgelegenen Flughafen Marmul, den sonst nur Ölarbeiter nutzen, bevor Geländewagen sie in die menschenleere Wüste bringen.

"Hier werden die Menschen von der Erde nach sechsmonatiger Reise durch den Weltraum landen - in unserer Simulation, natürlich", sagt Raumfahrtexperte Soucek. "Wenn wir wirklich irgendwann zum Mars fliegen, sollen so viele Fragen wie möglich bereits beantwortet sein", erklärt er den Sinn der AMADEE-18 genannten Simulation.

"Was wir hier in etwa 100 Tagen erleben, ist eine Vorschau in die Zukunft", sagt Gernot Grömer, der Leiter der Projekts. Er geht davon aus, dass der erste bemannte Flug zum Mars eines Tages gemeinsam von den USA, Russland, Europa und möglicherweise auch China unternommen wird. Der Mensch, der als erster seinen Fuß auf den Roten Planeten setzen werde, sei vermutlich bereits geboren.

Reine Geldverschwendung?

Eine halbe Million Euro sind für die Mission AMADEE-18 veranschlagt, den größten Teil finanzieren Partner aus der Industrie und private Spender. Kritik, das Vorhaben sei reine Geldverschwendung, weist Grömer zurück. "Die meisten Menschen nutzen jeden Tag Weltraumtechnologien, ohne davon zu wissen", sagt er und nennt die Kraftstoffeinspritzung bei Autos als Beispiel.

Auch der Oman hofft, von der Simulation im Land zu profitieren. In der Großen Moschee in der Hauptstadt Maskat wird es mehrere Vorträge zum Thema geben und Studenten beteiligen sich mit einem geophysikalischen Experiment an AMADEE-18. "Die Idee ist, die Vorstellungskraft der Jugend im Oman zu entfachen", sagt El Chattab Ghalib el Hinai, der stellvertretende Vorsitzende des Staatsrates des Sultanats. "Ich hoffe, diese Entdeckungsreise wird ihnen helfen, immer nach dem Unbekannten zu suchen."

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Quelle: n-tv.de

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