Dienstag, 18. August 2009
Krankmacher im Büro: Ozon geht unter die Haut
Menschen nehmen Ozon aus der Raumluft über die Haut auf - mit möglichen Gesundheitsschäden als Folge. Eine einzelne Person könne die Ozonkonzentration in einem kleinen Zimmer um 10 bis 25 Prozent senken, schreiben österreichische Forscher in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).
Das auch in manchen Bürogeräten entstehende Gas reagiere mit Ölverbindungen in der Haut. Nur ein Teil der dabei entstehenden Substanzen würden wieder in die Luft abgegeben, die übrigen blieben im Körper. Es sei zu befürchten, dass einige von ihnen gesundheitsschädlich sind - etwa, weil sie die Haut oder die Atemwege reizen.
Tests mit Freiwilligen
Armin Wisthaler von der Universität Innsbruck und Charles Weschler vom Environmental and Occupational Health Sciences Institute in New Jersey (USA) hatten analysiert, wie Ozon mit den öligen Verbindungen der Haut reagiert. In den Laborversuchen und in Tests mit Freiwilligen verwendeten sie dabei Ozonkonzentrationen, wie sie in Büros zu finden sind. Der für die Studie genutzte "Büro-Raum" war knapp 30 Quadratmeter groß.
Der größte Teil des aufgenommen Ozons reagiere mit der Substanz Squalen, die zwölf Prozent der Hautfette ausmache, schreiben die Forscher. Unter den dabei entstehenden Kohlenstoffverbindungen seien fünf zuvor unbekannte chemische Verbindungen.
Regelmäßig lüften
Ozon-Moleküle bestehen aus drei Sauerstoffatomen. Das in hohen Konzentrationen chlorähnlich und stechend riechende Gas reizt die Atemwege. In einem Büro sitzend gewöhnt man sich rasch an den Geruch und nimmt ihn nicht mehr wahr. An älteren Fotokopierern und Laserdruckern kommt es häufig zur Bildung von Ozon. Solche Geräte sollten deshalb nicht in unbelüfteten Räumen verwendet werden, raten Experten.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Wissen
-
Kleinste europäische Trägerrakete
Vega bereit für Jungfernflug
-
Maya-Forscher sind sich (fast) sicher
Die Welt geht 2012 nicht unter
-
Dichtung und Wahrheit
Neues von der CO2-Lüge
-
Vahrenholt irrt
"Es wird weiterhin wärmer"
-
Reparatur statt Austausch
Titanring dichtet Herzklappen ab
-
Im Rücken und im Magen
Wenn die Seele schmerzt
-
Krebstherapie in der Schwangerschaft
Chemo gefährdet Babys nicht
-
Fundsache, Nr. 1081
Römische Außenposten aufgespürt
-
Töne im hohen Ultraschallbereich
Wie sich Primaten unterhalten
-
Null Überlebenschance ohne Futter
Kälte tötet Vögel im Watt
-
Die Streifen stören
Bremsen stechen keine Zebras
-
Neue Berechnungen vorgestellt
Gletscher verlieren weniger Masse
