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27,5 Mio. QuadratkilometerOzonloch groß wie nie

20.10.2006, 08:41 Uhr

Das Ozonloch über dem Südpol hat in diesem Jahr alle bisherigen Rekorde gebrochen. Mit 27,45 Millionen Quadratkilometern ist es so groß wie nie zuvor.

Das Ozonloch über dem Südpol bricht in diesem Jahr nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA alle Rekorde. Mit 27,45 Millionen Quadratkilometern sei es so groß wie nie zuvor, teilten die NASA und die US-Behörde für Atmosphärenforschung NOAA in Boulder (US-Bundesstaat Colorado) mit.

Damit erreicht das diesjährige Ozonloch in etwa die Fläche der USA und Russlands zusammen. Es sei mehr als drei Millionen Quadratkilometer größer als erwartet. Die Daten beruhen den Angaben zufolge auf Messungen vom 21. bis 30. September mit dem NASA-Satelliten "Aura".

In der Höhe zwischen 13 und 21 Kilometer sei fast das gesamte Ozon zerstört. "Das Ozon in dieser Schicht der Atmosphäre ist so gut wie verschwunden", sagte der NOAA-Experte David Hofmann. Dies hänge mit den hohen Konzentrationen von Ozon verringernden Substanzen und den Rekord-Kälte-Temperaturen in der Stratosphäre über dem Südpol zusammen.

Messungen hätten ergeben, dass die durchschnittlichen Temperaturen dort Ende September etwa um fünf Grad Celsius niedriger waren als im langjährigen Mittel. Dadurch sei die Größe des Ozonlochs zusätzlich um etwa drei bis vier Millionen Quadratkilometer gewachsen. Die Temperaturen der antarktischen Stratosphäre führen dazu, dass sich die Größe des Ozonlochs von Jahr zu Jahr ändere.

Die Europäische Weltraumbehörde ESA hatte Anfang Oktober gemeldet, dass über dem Südpol in diesem Jahr so viel schützendes Ozon verloren gegangen sei wie nie zuvor seit Beginn der Messungen. Die ESA misst sowohl die Größe des Ozonlochs als auch seine Tiefe in der Ozonschicht. Aus der Kombination beider Werte ergibt sich für dieses Jahr ein Verlust um 40 Millionen Tonnen Ozon. Das sind eine Million Tonnen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2000.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass es bis etwa 2060 bis 2075 dauern wird, bis die Ozonschicht über dem Südpol wieder ihren Zustand von 1980 erreicht haben wird. So dick wie in den 1970er Jahren wird sie wohl nie wieder werden.

Die langfristig erwartete Stabilisierung der Ozonschicht gilt als Folge des Montreal-Protokolls von 1987. Darin hatten sich die unterzeichnenden Staaten verpflichtet, Produktion und Verbrauch von FCKW einzuschränken. Der Vertrag war Vorbild für den Kyoto-Prozess zur Reduzierung der Treibhausgase und gilt als Meilenstein im Umwelt-Völkerrecht.