Dienstag, 22. Januar 2008
Hunger- und Klimaprobleme: Parallele Lösung nötig
Zum Auftakt einer Konferenz des Weltklimarats (IPCC) haben Vertreter afrikanischer Länder vor wachsenden Ernährungsproblemen durch den Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung gewarnt. Das Hungerproblem müsse parallel zum Klimaproblem gelöst werden, forderte die sudanesische Wissenschaftlerin Balgis Osman- Elasha am Rande der Eröffnungsveranstaltung in Lübeck. An der Konferenz zum Thema erneuerbare Energien nehmen 120 Wissenschaftler aus 50 Ländern teil. Sie wollen einen Bericht vorbereiten, der bei der nächsten Sitzung des IPCC im April in Budapest vorgelegt werden soll.
Die Herstellung von Biokraftstoffen aus Nahrungspflanzen wird vor allem in Afrika kritisch betrachtet. "Dabei entsteht eine Konkurrenz um die wenigen guten Böden und das kostbare Wasser. Deshalb sollten wir uns auf die Nutzung landwirtschaftlicher Reststoffe, wie Holz- oder Zuckerrohrabfälle für die Energiegewinnung konzentrieren, statt extra Pflanzen dafür anzubauen", sagte der aus Sierra Leone stammende Klimatologe Ogunlade Davidson.
Der von der Arbeitsgruppe III des Klimarats initiierte Bericht werde eine Grundlage für den fünften Sachstandsbericht des UN- Gremiums zum Klimawandel bilden, sagte der Leiter der Konferenz, der Flensburger Forscher Olav Hohmeier. Die Berichte sollen den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammenfassen und eine Entscheidungsgrundlage für die Politik bilden. In 13 Arbeitsgruppen werden sich die in Lübeck versammelten Wissenschaftler mit der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Pflanzen und ihrem Effekt auf den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre sowie den Kosten beschäftigen.
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