Mini-Hirnscanner für Ratten: "RatCAP" erleichtert Forschung
Ratten werden bekanntlich häufig als Versuchstiere benutzt. Sie sind aber recht bewegliche Tierchen, was einige Untersuchungen erschwert. Dem soll nun mit einem neuen Messgerät abgeholfen werden.
Wissenschaftler haben einkleines tragbares Gerät zum Scannen von Rattenhirnen entwickelt. Die 250 Gramm schwereApparatur ist ein Positronen-Emissions-Tomograph (PET), mit dem durch radioaktiveSubstanzen die Aktivität im Gehirn überprüft werden kann. Die Forscher nutzten dasringförmige Gerät, um in Experimenten das Verhalten und das Hirn der Tiere gleichzeitigzu untersuchen. Bislang mussten die Rattenin der Regel ruhiggestellt werden, um sie in einem PET untersuchen zu können. DieWissenschaftler vom Brookhaven National Laboratory in Upton und der Stony BrookUniversität (US-Bundesstaat New York) stellen den "RatCAP" im Fachjournal"Nature Methods" vor.
Die Ratten tragen den Ringzwischen Augen und Ohren um den Kopf herum. Die Datenübertragung läuft allerdingsüber Kabel und nicht ferngesteuert, so dass die Tiere sich nur über einen begrenztenVersuchsraum bewegen können. Dieser ist 40 mal 40 Zentimeter groß. Da 250 Gramm im Verhältniszum Gewicht einer Ratte vergleichsweise schwer sind, haben die Forscher ein mechanischesSystem entwickelt, mit dem das Tragen des Geräts unterstützt wird. Die Stresshormoneim Blut der Tiere seien durch die Versuche kaum angestiegen, hieß es.
In ersten Versuchen verwendetendie Wissenschaftler um Paul Vaska und Daniela Schulz eine radioaktive Substanz,die an einen Dopamin-Rezeptor im Hirn andockt. Der Botenstoff Dopamin wird unteranderem in Verbindung gebracht mit Bewegung und dem Belohnungssystem des Gehirns.Wird viel von der radioaktiven Substanz registriert, so ist in dieser Hirnregionnicht viel Dopamin vorhanden. Gebiete mit niedrigem Signal zeichnen sich durch höhereDopamin-Aktivität aus.
Die Forscher kamen zu einemüberraschenden Ergebnis: Je aktiver die Ratten waren, desto niedriger war der Dopamin-Level.Normalerweise werde aktives Verhalten mit einer erhöhten Dopamin-Freisetzung inVerbindung gebracht, sagte die Neurowissenschaftlerin.
Quelle: n-tv.de

