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Freitag, 24. März 2006

Aufwärtstrend: Rauchverbot steigert Potenz

Das Rauchverbot in Kneipen und Restaurants lässt nicht nur immer weniger Menschen zur Zigarette greifen, sondern steigert laut zwei Studien auch die Potenz. Bei der Untersuchung über die Auswirkung des Rauchverbot in der Öffentlichkeit der Neuseeländischen Wellington School of Medicine wurde festgestellt, dass seit dem vor einem Jahr eingeführten Rauchverbot der Tabakkonsum von 57,8 Prozent auf 28,6 Prozent gesunken ist. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Gesundheit. Mit Umsatzeinbußen seitens der Gaststätten ging das Verbot nach Angaben der Wissenschaftler nicht einher.

Laut der australischen "Study of Health and Relationship" hat sich gezeigt, dass die Impotenz der Männer seit der Einführung des Rauchverbotes in Bars und anderen gastronomischen Betrieben abgenommen habe. Denn bei Männern, die bis zu 20 Zigaretten am Tag rauchen, steigt das Impotenzrisiko um 24 Prozent. Liegt der Konsum über 20 Zigaretten, steigt die Wahrscheinlichkeit von Erektionsstörungen auf 39 Prozent. Aufgrund des Rauchverbotes in der Öffentlichkeit würde meist wesentlich weniger geraucht und dadurch das Impotenzrisiko verringert.

Es ist zwar bisher nichts von Potenzproblemen unter dem Schottenrock bekannt, aber trotzdem wird Schottland am Sonntag ein allgemeines Rauchverbot in Bars, Restaurants und an Arbeitsplätzen einführen. Es wird dann der erste Teil Großbritanniens sein, in dem ein Rauchverbot an solchen Orten besteht. 60 Prozent der Menschen in Schottland unterstützen dies. Aber etwa 30 Prozent der Bevölkerung sind Raucher und nur ein Viertel von ihnen befürwortet die Maßnahmen. Kritiker sprechen von einem Angriff auf die traditionelle Lebensweise der Arbeiterklasse, die das Rückgrat der schottischen Gesellschaft bilde. Unzufrieden zeigten sich Kneipenbesitzer. Sie fürchten, dass ihre Gäste lieber zu Hause bleiben, wenn das Rauchen in den Kneipen verboten wird. In Neuseeland hatte sich diese Befürchtung jedenfalls nicht bewahrheitet.

Schottland habe eine höhere Rate an Herzerkrankungen, Krebs und Schlaganfällen als andere europäische Staaten, sagte Regierungschef Jack McConnell am Freitag. Dies soll nun anders werden. Gesundheitsexperten sind entschlossen, den Lebensstil der Schotten zu ändern, der gekennzeichnet ist durch starkes Rauchen und Trinken, fettes Essen und zu wenig Sport. Zudem sollen die Menschen motiviert werden, mit dem Rauchen ganz aufzuhören. Vielleicht sollte jemand die neuseeländische Studie in Schottland veröffentlichen.

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