Dienstag, 03. Juni 2008
Ein Fußballfeld in 10 Sekunden: Regenwald schrumpft rasant
Die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien schreitet rasant voran. Wie das Nationale Institut für Weltraumforschung (INPE) mitteilte, wurden allein im April 1132 Quadratkilometer Regenwald gerodet - eine Fläche so groß wie die Stadt Rio de Janeiro. Im März waren es mit rund 148 Quadratkilometern noch wesentlich weniger gewesen.
Das Institut, das sich bei seinen Berechnungen auf Satellitenfotos stützt, wies zugleich darauf hin, dass möglicherweise erheblich mehr Regenwald abgeholzt wurde. Im März waren den Angaben zufolge 78 Prozent des Regenwaldes durch Wolken verdeckt, im April waren es 53 Prozent.
INPE-Direktor Gilberto Cmara forderte die Regierung auf, dem Institut mehr Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Erhebung von Daten und ihre Auswertung zu verbessern. Das derzeitige Satellitensystem zur Echtzeitkontrolle von Entwaldung (DETER) erfasst lediglich Rodungen von mehr als 25 Quadratkilometer. Für die Modernisierung des Satellitensystems bis zum Jahr 2010 veranschlagte Cmara Kosten in Höhe von einer Milliarde Real (gut 395,3 Millionen Euro).
Laut Cmara verschwindet im Amazonasgebiet alle zehn Sekunden ein Stück Regenwald, das so groß ist wie ein Fußballfeld. Die meisten Zerstörungen gab es erneut im Bundesstaat Mato Grosso. Allein dort wurden im vergangenen Monat 794 Quadratkilometer Regenwald gerodet.
Der brasilianische Umweltminister Carlos Minc erklärte, die Flächen würden vor allem für den Soja-Anbau und die Viehzucht entwaldet. Der Umfang der Abholzung werde dieses Jahr den des Vorjahres übersteigen. Dagegen sei wenig auszurichten. Allerdings solle in Kürze eine aus 500 Spezialisten bestehende Nationale Umweltgarde die Polizei beim Kampf gegen illegale Rodungen unterstützen. Vieh auf dadurch entstandenen Weideflächen solle beschlagnahmt werden.
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