Vier Atemzüge pro SekundeRentiere hecheln wie Hunde

Wenn Rentiere so richtig Gas geben, dann ähnelt ihre Atemfrequenz der der Hunde. Mit weit aufgerissenem Maul und heraushängender Zunge hecheln sie im Lauf.
Rentiere hecheln wie Hunde, wenn es ihnen zu heiß im Pelz wird. "Ihre Zunge ist groß, von vielen Gefäßen durchzogen und gut durchblutet", erläutert Arnoldus Blix von der Universität Tromsø, Norwegen, im "Journal of Experimental Biology". Auf ihr verdunste beim Hecheln Wasser, was dem Blut viel Wärme entziehe.
Um Rentiere ins Schwitzen zu bringen, hatten die Wissenschaftler aus Tromsø und Oslo die Tiere auf einer Art Laufband neun Kilometer pro Stunde schnell laufen lassen. Zuerst erhöhte sich die Zahl der Atemzüge: von sieben pro Minute auf beeindruckende 260 – also mehr als vier Atemzüge pro Sekunde.
Dabei atmeten die Tiere zunächst durch die Nase, mit der kühlenden Außenluft wurde über die Membranen der Nebenhöhlen die Temperatur des dort zirkulierenden Blutes gesenkt. Dieses wurde dann im Körper verteilt. Liefen die Tiere weiter, fingen sie schließlich an zu hecheln – mit weit aufgerissenem Maul und heraushängender Zunge.
Ein dritter Mechanismus kam zum Einsatz, wenn die Hirntemperatur mit 39 Grad eine kritische Grenze erreichte. Das über die Atmung gekühlte Blut aus der Nase wurde dann nicht mehr im Körper verteilt, sondern vor allem Richtung Gehirn gepumpt.
Obwohl der Anteil der Nasenatmung beim Hecheln nur zwei Prozent des gesamten Atemvolumens ausmache, funktioniere diese Strategie, so Blix. Die Menge der eingeatmeten Luft sei immens, zudem sei diese in der Heimat der Rentiere meist kühl, gab er als Gründe an.